In den 1960er-Jahren galten Przewalski-Pferde in freier Wildbahn als ausgestorben. Dass es die letzten echten Wildpferde der Welt überhaupt noch gibt, verdanken wir ausschließlich Zuchtprogrammen in europäischen Zoos.
Heute kehren die Tiere schrittweise in ihre ursprünglichen Lebensräume zurück – und zwar in die Altyn Dala-Steppe in Kasachstan. Die Steppe wurde in der Sowjetzeit durch intensiven Weizenanbau stark geschädigt. Ihre drei großen Huftierarten – Saiga-Antilope, Wildesel und Przewalski-Pferd – verschwanden durch Lebensraumverlust und Wilderei.
Gewusst? Die Przewalski-Pferde besitzen 66 Chromosomen, Hauspferde hingegen 64. Trotzdem können sich beide Arten paaren und fruchtbare Nachkommen bekommen.
Mit Unterstützung der kasachischen Regierung konnte das Ökosystem jedoch in mehr als 20 Jahren in vielen Bereichen wiederhergestellt werden. Das Schutzgebiet umfasst heute fünf Reservate mit einer Fläche in der Größe Brandenburgs sowie einen Wanderkorridor für Tierherden. Koordiniert wird die Arbeit durch die "Altyn Dala Conservation Initiative", an der zahlreiche europäische Zoos und Wildschutzexperten beteiligt sind.
Damit sich die Art in der Steppe selbst erhalten kann, braucht es mindestens rund 40 ausgewilderte Tiere. Die Nachzucht in europäischen Zoos bleibt deshalb unverzichtbar.
„Jedes Fohlen ist wertvoll und wichtig für ein Artenschutzprojekt“Tierärztin Christine Gohl
Der Nachwuchs stärkt den Bestand der Art insgesamt. Schon in den kommenden Tagen wird eine weitere Geburt im Tierpark erwartet.