Brisante Zahlen enthüllt

Ausländer in Österreich – jetzt kommt alles ans Licht

Fast jeder Vierte in Österreich wurde im Ausland geboren, das sind rund 2,1 Millionen Menschen - deutlich mehr als vor zehn Jahren. Die Hintergründe.
25.10.2026, 09:00
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Rund 2,1 Millionen Menschen in Österreich wurden im Ausland geboren, was fast jeder vierten Person entspricht (22,9 Prozent). Im Zehn-Jahres-Vergleich zu 2016 ist dieser Anteil um 4,6 Prozentpunkte gestiegen. Das zeigt die neue Statistikbroschüre "Bundesländer 2026" des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF).

Die jährlich erscheinende Publikation bietet einen Überblick über aktuelle Zahlen und Entwicklungen zu Migration und Integration in allen neun Bundesländern. Im Mittelpunkt stehen Herkunft, Zu- und Abwanderung, Erwerbstätigkeit, Arbeitslosigkeit, Bildung und Geburtenentwicklung sowie regionale Unterschiede im Zehnjahresvergleich.

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41,3 % der Wiener Bevölkerung im Ausland geboren

Die meisten im Ausland geborenen Personen in Österreich haben Deutschland (275.500), Bosnien und Herzegowina (181.200) oder die Türkei (166.600) als Geburtsland. Besonders hoch ist der Anteil der im Ausland geborenen Bevölkerung in Wien: Zu Beginn des Jahres 2026 lebten rund 841.900 im Ausland geborene Personen in der Bundeshauptstadt. Das entspricht 41,3 Prozent der Wiener Bevölkerung und einem Anstieg um 6,8 Prozentpunkte seit 2016. Nach Wien verzeichneten Vorarlberg (23,7 Prozent) und Salzburg (22,2 Prozent) die höchsten Anteile, den niedrigsten das Burgenland (13,9 Prozent).

Im Zehnjahresvergleich verzeichnete Wien mit einem Anstieg um 6,8 Prozentpunkte den stärksten Zuwachs beim Anteil der im Ausland geborenen Bevölkerung, gefolgt von der Steiermark (+4,2) sowie Salzburg und Tirol (jeweils +4,1). Die geringsten Zuwächse gab es in Niederösterreich (+2,9) und im Burgenland (+3). Im Jahr 2025 wanderten rund 161.900 Personen aus dem Ausland nach Österreich zu, um 16.700 weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig stieg die Zahl der Wegzüge von 128.500 auf 131.200 Personen. Der positive Wanderungssaldo lag damit bei rund 30.700 Personen.

Erwerbstätigenquote

Die Erwerbstätigenquote lag in Österreich im Jahr 2025 bei 74,3 Prozent. Während 76,2 Prozent der Österreicher/innen erwerbstätig waren, betrug der Anteil bei ausländischen Staatsangehörigen 68,3 Prozent. Dabei zeigen sich erhebliche regionale Unterschiede: Die höchsten Erwerbstätigenquoten ausländischer Staatsangehöriger verzeichneten Tirol (76,5 Prozent) und Salzburg (75,1 Prozent), die niedrigste Wien mit 63,0 Prozent. Besonders groß war der Unterschied zwischen österreichischen und ausländischen Staatsangehörigen im Burgenland (74,4 Prozent gegenüber 64,6 Prozent) und in der Steiermark (76,3 Prozent gegenüber 66,5 Prozent).

Auch bei der Arbeitslosigkeit bestehen deutliche Unterschiede: Österreichweit lag die Arbeitslosenquote ausländischer Staatsangehöriger 2025 bei 11 Prozent, jene österreichischer Staatsangehöriger bei 6,1 Prozent. Die höchsten Arbeitslosenquoten unter ausländischen Staatsangehörigen verzeichneten Wien (17,1 Prozent), die Steiermark (10,3 Prozent) und Kärnten (9,4 Prozent). Am niedrigsten waren sie im Burgenland (5,4 Prozent) und in Tirol (6,1 Prozent).

Anteil außerordentlicher Schüler in Wien am höchsten

Im Schuljahr 2024/25 gab es österreichweit rund 50.800 außerordentliche Schüler/innen, das entsprach 4,4 Prozent aller Schüler/innen. Die höchsten Anteile verzeichneten Wien mit 7,8 Prozent und Oberösterreich mit 4,5 Prozent, die niedrigsten das Burgenland mit 2,1 Prozent und Kärnten mit 2,5 Prozent. Insgesamt hatten 26 Prozent der österreichischen Schüler/innen eine andere Erstsprache als Deutsch, was einem Anstieg von 3,8 Prozentpunkten im Vergleich zu 2014/15 entspricht. Die Verteilung variierte stark zwischen den Schultypen:

An Sonderschulen und Polytechnischen Schulen lag der Anteil der Schüler/innen mit nichtdeutscher Erstsprache mit 44,6 Prozent bzw. 41,5 Prozent besonders hoch. Auch an Mittelschulen war der Anteil mit 34,9 Prozent überdurchschnittlich. Im Gegensatz dazu hatten 18,9 Prozent der Schüler/innen einer BMS und 15,4 Prozent einer BHS eine andere Erstsprache als Deutsch. Der geringste Anteil wurde an Berufsschulen mit 9,4 Prozent verzeichnet. Im Bundesländervergleich war der Anteil der Schüler/innen mit nichtdeutscher Erstsprache in Wien mit 48,9 Prozent am höchsten und in Kärnten mit 16,7 Prozent am niedrigsten.

Durchschnittliche Kinderzahl auf 1,3 gesunken

Die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau ist in Österreich weiter zurückgegangen: Lag sie 2015 noch bei 1,49, betrug sie im Jahr 2025 nur noch 1,30. Dabei bestehen deutliche Unterschiede nach dem Geburtsland der Frauen. Bei in Österreich geborenen Frauen lag die durchschnittliche Kinderzahl bei 1,19, bei im Ausland geborenen Frauen bei 1,57. Auch bei letzteren ist die Kinderzahl gegenüber 2015 (1,92) deutlich gesunken.

Besonders hoch war die durchschnittliche Kinderzahl bei Frauen aus Afghanistan, Syrien und dem Irak mit 3,37 Kindern. Frauen aus den Nachfolgestaaten Jugoslawiens verzeichneten durchschnittlich 1,92 Kinder. Bei Frauen aus den EU-Mitgliedstaaten vor der Erweiterung 2004 lag der Wert hingegen bei 1,08 und damit unter jenem der in Österreich geborenen Frauen.

Über die ÖIF-Broschüre

Die neue Statistikbroschüre "Bundesländer 2026" des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) bietet aktuelle Zahlen, Daten und Fakten zu Herkunft, Zu- und Abwanderung, Erwerbstätigkeit, Arbeitslosigkeit, Einkommen, Bildung und Geburtenentwicklung in allen neun Bundesländern Österreichs. Die Publikation zeigt regionale Unterschiede und zentrale Entwicklungen im Zehnjahresvergleich auf. Grundlage sind unter anderem Daten der Statistik Austria und des Arbeitsmarktservice (AMS).

wil, Akt. 25.10.2026, 09:02, 25.10.2026, 09:00