Im "Heute"-Talk ganz privat

Austropop-Legende: "Stefanie Werger lebt!"

Im "Heute"-Interview plaudert die "Stoak wie a Felsen"-Sängerin über ihren Bühnenabschied, eine kreative Schockstarre und schöne Leute.
Jochen Dobnik
08.04.2026, 14:59
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Mit Songs wie "Stoak wia a Felsen", "I wü' di g'spürn" oder "Flamenco Touristico" hat sich Stefanie Werger einen fixen Platz in der Geschichte des Austropop gesichert.

Vor fast vier Jahren zog sich die Sängerin aus gesundheitlichen Gründen von der Konzertbühne zurück – danach wurde es still um sie. Zu still, wie sie nun im "Heute"- Interview erzählt.

"Ich hatte plötzlich das Gefühl, keine Sau interessiert sich mehr für mich. Das war eine Zeit lang schrecklich für mich. Ich hab gedacht, ich bin nicht mehr am Leben", schildert die 74-Jährige offen. Die ungewohnte Ruhe habe sie regelrecht erdrückt und ihre Kreativität ausgebremst.

Ein weiterer schwerer Schlag folgte, als ihr langjähriger Wegbegleiter und Gitarrist Goran "Gogo" Mikulec nach schwerer Krankheit verstarb. Mehr als 30 Jahre standen die beiden gemeinsam auf der Bühne. "Mir ist nichts eingefallen, weil ich so fertig war", erinnert sich Werger an diese Zeit der Schockstarre.

Doch sie hat sich zurückgekämpft – auch dank der Unterstützung ihres Mannes. "Gesundheitlich hab ich zwar ein wenig zu kämpfen, mein ganzes Gebein im Rücken ist recht morsch, aber das Hirn ist noch in Ordnung (lacht) Ich bin auch noch nicht senil und mir sind dann plötzlich wieder Lieder eingefallen. So viele brauch ich gar nicht. Ich könnte die für andere hergeben", verrät sie.

Ihre Kreativität lebt sie auch auf ihrer Homepage aus, wo sie regelmäßig Texte veröffentlicht.

Jetzt meldet sich die Austropop-Ikone auch musikalisch zurück: Am 17. April erscheint ihr neuer Song "So schene Leit", produziert von Christian Kolonovits.

"Es is einmal ganz was anderes, eine Richtung, die ich bislang noch nicht eingeschlagen hab. Es wird im Herbst ein wunderschönes Liebeslied auch noch herauskommen, aber das kennt man von mir ja, die Balladen", verrät sie.

Stefanie Werger: "Ich finde traurig, wenn man sich nur noch über Modelabels definiert. Es muss zu einem passen, man muss damit eine Freude haben - und fertig."
Werger

In ihrem neuen Lied nimmt Werger mit Humor und viel Selbstironie moderne Phänomene aufs Korn – von Marken-Fetischisten über Instagram-Schönheiten bis hin zu Reality-TV-Posern.

"Jeder wie er möchte. Aber so bin ich eben auch: Sich selbst auf die Schaufel nehmen, aber andere auch", lacht sie.

Ein komplettes Album plant Werger allerdings nicht mehr. "Aber ich glaub, dass meine frühere Plattenfirma zu meinem 75. Geburtstag [im Juli, Anm.] etwas geplant hat. Fernsehauftritte kann ich schon machen, aber keine Bühnenauftritte. Wenn die 'Starnacht' also anruft, werd ich nicht 'Nein' sagen...", so die Steirerin.

Den Kontakt zu ihren Fans hält sie weiterhin persönlich – Fanschreiben auf ihrer Homepage beantwortet und kommentiert sie nach wie vor selbst. Und auch ihre Wunsch-Headline hat sie schon parat: "Es gibt eine ORF-Sendung, wo immer die Frage gestellt wird, welche Schlagzeile man gerne über sich lesen möchte. Ich würd sagen: 'Werger lebt!'". Und wie!

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