Gegen Jugendkriminalität

Auszeit-WG fertig – erste Intensivtäter ziehen bald ein

Die Wiener Auszeit-WG für strafunmündige Intensivtäter ist bezugsfertig. Nach Verzögerungen sind die Umbauarbeiten abgeschlossen.
Wien Heute
12.07.2026, 14:00
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Die Vorbereitungen für die umstrittene Wiener Auszeit-WG für strafunmündige Intensivtäter sind auf der Zielgeraden. Nach längeren Verzögerungen sind die Bauarbeiten abgeschlossen, der Einzug der ersten Kinder soll nun in Kürze erfolgen.

Einzug "alsbald“

Eigentlich hätte die Einrichtung bereits im Mai ihren Betrieb aufnehmen sollen. Doch die Adaptierung des Gebäudes nahm mehr Zeit in Anspruch als zunächst erwartet. Im Büro der zuständigen Stadträtin Bettina Emmerling (NEOS) verweist man auf die besondere Bedeutung des Projekts: "Bei einem so wegweisenden und sensiblen Projekt wie der Auszeit-WG gilt ganz klar, dass Gründlichkeit vor Schnelligkeit geht. Die baulichen Umbaumaßnahmen sind bereits vollständig abgeschlossen."

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Nun laufen die letzten organisatorischen Vorbereitungen. Schließlich gehe es um Kinder in einer besonders schwierigen Lebenslage. Deshalb müsse das Betreuungskonzept bis ins kleinste Detail abgestimmt werden, damit die Einrichtung vom ersten Tag an funktionieren könne. "Der Einzug wird daher alsbald stattfinden."

Für strafunmündige Intensivtäter

Die Auszeit-WG richtet sich an Kinder zwischen elf und 13 Jahren, die wiederholt schwere Straftaten wie Raub oder Einbrüche begangen haben und bei denen andere Betreuungsmaßnahmen keinen Erfolg gebracht haben. Die Einrichtung befindet sich in Simmering.

Eine Unterbringung ist nach dem Heimaufenthaltsgesetz möglich, wenn bei den betroffenen Kindern eine psychische Beeinträchtigung festgestellt wurde. Laut den Verantwortlichen sei etwa bei Kindern, die bewaffnete Überfälle mit Messern verüben, zumindest von einer Störung des Sozialverhaltens auszugehen. Über die Aufnahme entscheidet eine Kommission aus sozialpädagogischen Fachkräften und der Polizei. Gleichzeitig wird beim Gericht eine Überprüfung der Maßnahme beantragt. Liegen keine rechtlichen Hindernisse vor, erfolgt die Unterbringung in der Einrichtung.

Aufenthalt von bis zu zwölf Wochen

Das Gebäude verfügt über rund 140 Quadratmeter Nutzfläche. Fenster und Türen sind bruchsicher ausgeführt. Pro Jahr können dort bis zu 16 Kinder aufgenommen werden, die Aufenthaltsdauer ist auf maximal zwölf Wochen begrenzt. Die genaue Adresse der WG wird aus Sicherheitsgründen nicht veröffentlicht. Direkte Besuche sind – anders als etwa im Strafvollzug – voraussichtlich nicht vorgesehen.

Betreut werden die Kinder von einem spezialisierten Verein. Die Mitarbeiter sind unter anderem für Deeskalation geschult. Zusätzlich sollen regelmäßig Sozialarbeiter, Psychologen, Psychiater und Heilstättenlehrer mit den Jugendlichen arbeiten, um problematisches Verhalten zu verändern. Begleitete Aufenthalte im Garten sowie später auch Ausgänge außerhalb der Einrichtung sind ebenfalls vorgesehen.

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