Dröhnende Motoren statt nächtlicher Ruhe: Autoposer, die mit ihren Fahrzeugen durch die Wiener Innenstadt cruisen, sorgen seit Jahren für Beschwerden. Besonders in den Abend- und Nachtstunden wird der vermeidbare Fahrzeuglärm für Anrainer zunehmend zum Ärgernis.
Jetzt erhöht der Bezirksvorsteher der Inneren Stadt, Markus Figl (ÖVP), den Druck auf die rot-pinke Stadtregierung. Seine Forderung: Sogenannte Lärmblitzer sollen möglichst rasch zum Einsatz kommen. Die Geräte können übermäßig laute Fahrzeuge erkennen und sollen dabei helfen, gezielt gegen rücksichtslose Lenker vorzugehen.
Für Figl, der auch Landesparteiobmann der Wiener ÖVP ist, reichen weitere Diskussionen über mögliche Maßnahmen nicht mehr aus. "Wer sich nicht an unsere Regeln hält, muss mit Konsequenzen rechnen. Gerade gegen rücksichtslose Autoposer braucht es wirksame Maßnahmen statt Diskussionen", so Figl.
Die ÖVP setze sich mit Nachdruck für die Einführung von Lärmblitzern ein und treibe konkrete Lösungen aktiv voran: "Jetzt muss die Stadt Wien handeln und rasch die notwendigen Voraussetzungen schaffen, damit die Geräte endlich zum Einsatz kommen. Wir warten nicht länger auf Ankündigungen, sondern fordern wirksame Maßnahmen – denn der Schutz der Anrainerinnen und Anrainer und die Lebensqualität im Bezirk haben Vorrang."
Das Problem ist in der Wiener City längst bekannt. Immer wieder sorgen Lenker mit besonders leistungsstarken Fahrzeugen, aufheulenden Motoren und unnötigem Beschleunigen für Aufregung. Die Polizei führt deshalb regelmäßig Schwerpunktkontrollen gegen die Autoposer-Szene durch.
Wie massiv das Problem ist, zeigte sich etwa bei einer groß angelegten Schwerpunktaktion Ende April. Zwischen 19 und 2 Uhr wurden in der Innenstadt gleich 93 Anzeigen erstattet und 57 Organmandate ausgestellt. Außerdem mussten 13 Fahrzeuge wegen des Verdachts auf unzulässige Umbauten zur Landesfahrzeugprüfstelle.
Besonders betroffen sind die Rotenturmstraße sowie die Bereiche rund um den Hohen Markt und die Tuchlauben. Laut Polizei sind es häufig vorwiegend männliche Lenker, die mit teuren, teilweise nur für das Wochenende gemieteten Luxusautos durch die City fahren.
Neben den geforderten Lärmblitzern steht auch ein mögliches Nachtfahrverbot zur Diskussion. Bereits im Juli hatte sich Figl offen für die Prüfung eines zeitlich beschränkten Durchfahrtsverbots beziehungsweise einer Zufahrtsbeschränkung ab 22 Uhr gezeigt. Ob eine solche Regelung rechtlich und verkehrstechnisch umsetzbar ist, müssen allerdings die zuständigen Behörden klären.
Die Einführung von Lärmblitzern ist auch im Regierungsprogramm der Wiener SPÖ-Neos-Koalition vorgesehen – allerdings zunächst als Prüfauftrag. Die Geräte sollen übermäßigen Verkehrslärm, etwa durch getunte Sportwagen, Motorräder oder manipulierte Auspuffanlagen, erfassen.
Für eine automatische Bestrafung braucht es entsprechende rechtliche Grundlagen. Die Stadtregierung will sich deshalb auf Bundesebene für einen passenden Rechtsrahmen einsetzen.