Ausgelassene Stimmung, Musik und jede Menge Protest: Am Dienstag verwandelte sich der Wiener Universitätsring in einen riesigen Hörsaal. Tausende Studenten demonstrierten vor der Universität Wien gegen die drohenden Kürzungen beim Uni-Budget. "Heute" war vor Ort und sprach mit den Demonstranten über ihre Sorgen und die möglichen Folgen des Sparkurses.
Besonders drastisch fiel die Antwort eines Demonstranten auf die Frage aus, wie Österreich nach den geplanten Einsparungen in Zukunft aussehen könnte. Seine düstere Prognose: "Weniger Ärzte, längere Wartezeiten beim Arzt, verschobene OP-Termine, Tod."
Damit spricht er eine Sorge an, die weit über die Hörsäle hinausgeht. Denn von den möglichen Einsparungen wären auch die MedUni und ihre Universitätskliniken betroffen.
„Wir sägen an dem Ast, auf dem wir sitzen“Moritz Hoffmann Student - Lehramt
Ein weiterer Teilnehmer zeigte durchaus Verständnis für den Sparkurs der Bundesregierung. Dass der Staat in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sparen müsse, sei nachvollziehbar. Allerdings dürfe das nicht auf Kosten der Bildung gehen.
Österreich sei ein Land ohne große natürliche Rohstoffvorkommen. Wissen, Forschung und Dienstleistungen gehörten deshalb zu den wichtigsten Ressourcen des Landes. Gerade dort den Sparstift anzusetzen, sei der falsche Weg, erklärte Moritz Hoffmann "Heute".
Dass die Situation an den Universitäten bereits angespannt ist, schilderte eine Studentin im Gespräch mit "Heute". Schon jetzt seien manche Lehrsäle derart überfüllt, dass Studenten am Gang stehen müssten und versuchten, zumindest Teile der Vorlesung mitzubekommen.
Die Befürchtung: Wenn künftig noch mehr Lehrveranstaltungen gestrichen und Stellen nicht nachbesetzt werden, könnte sich die Situation weiter verschärfen. Wie viel Geld die Universitäten für die Jahre 2028 bis 2030 tatsächlich erhalten, soll sich noch diesen Monat entscheiden.