"Siesta für Shops in Wien"

Wirtschafts-Chefin: Neue Öffnungszeiten für Geschäfte

Margarete Kriz-Zwittkovits will, dass Shops länger offen halten. Sie spricht sich gegen Gebührenerhöhungen aus. Im Sommer sollte es eine Siesta geben.
13.10.2026, 05:30
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Seit dem Sommer steht Margarete Kriz-Zwittkovits (67) an der Spitze der Wiener Wirtschaftskammer. Nach dem Rücktritt von Vorgänger Walter Ruck will sie eigene Akzente setzen: Mit den neuen "Bezirksgesprächen" plant sie bis Mitte 2027 Betriebsbesuche und Netzwerktreffen in allen 23 Wiener Bezirken, ein neuer Verhaltenskodex ist "praktisch fertig." Das sagt die neue WKW-Präsidentin Margarete Kriz-Zwittkovits im "Heute"-Interview:

Verhaltenskodex schon fertig

"Ein Verhaltenskodex ist praktisch schon fertig." Bald gelten neue Regeln für Funktionäre und Mitarbeiter zu Geschenkannahme, Ausschreibungen und Verhalten. "Ich habe Ende Juli die Präsidentschaft übernommen und mir einiges vorgenommen."

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"Fragen, wo Probleme liegen"

23 Bezirksgesprächen und eine Mitgliederbefragung sind geplant. "Wir fragen, wo die Probleme in Unternehmen liegen. Für mich in Wien ist es wichtig, und das entspricht auch meinem Naturell, dass ich viel mit Unternehmerinnen und Unternehmern sprechen möchte. Ich möchte vor Ort sein, diese besuchen und die Themen abfragen, die für die Unternehmer relevant sind."

"U-Bahn-Steuer macht Arbeit teurer"

Die WKW-Präsidentin spricht sich gegen Gebührenerhöhungen aus – insbesondere die von der Stadt besprochene Ausweitung der U-Bahn-Steuer lehnt Kriz-Zwittkovits ab. "Es ist natürlich so, dass jede Anhebung auch eine Erhöhung im Lohnnebenkosten Bereich bedeutet", so die Präsidentin.

Margarete Kriz-Zwittkovits ist seit dem Sommer WKW-Präsidentin
Denise Auer

Arbeitsleistung wird teurer

"Es hat in den letzten Jahren sehr starke Bemühungen gegeben, Lohnnebenkosten zu senken. Mit dieser Ausweitung der U-Bahn-Steuer wird die Arbeitsleistung älterer Beschäftigter teurer gemacht." Und das stehe im Gegensatz dazu, Mitarbeiter länger im Beschäftigungsverhältnis zu lassen. "Das ist kontraproduktiv und es ist der falsche Weg."

Flugabgabe schadet Standort

"Jede Form einer Abgabe ist eine Belastung", so die WKW-Präsidentin. Das gelte auch für die viel diskutierte Flugabgabe, gegen die RyanAir massiv Stimmung macht und deshalb auch den Flugplan kürzte. "Ich bin generell für eine Reduktion oder eine Streichung derartiger Abgaben."

„Jede Form der Abgabe ist eine Belastung“
Margarete Kriz-Zwittkovits WKW-Präsidentin

Steigende Frequenz sorgt für Einnahmen

Fehlende Einkünfte würden durch die steigende Frequenz wieder ausgeglichen. "Wenn also hier wieder mehr Frequenz da ist, weil wir attraktiver sind im Vergleich auch zu benachbarten Flughäfen, könnte man dann über Umwegrentabilität auch hier das wieder herein spielen."

Sonntagöffnung "wünschenswert"

Die Sonntagsöffnung wäre wünschenswert. "Es wäre wesentlich, die freiwillige Öffnung in drei Tourismuszonen in Wien zu ermöglichen." Das heißt, Geschäfte in Schönbrunn, in der Wiener City und auf der Mariahilfer Straße dürften auch am Sonntag in diesen Zonen offen halten.

Siesta im Sommer für den Handel

Siesta wäre wegen der Hitze im Sommer in Wien notwendig. "Im Sommer Mittagspause, aber dafür am Abend länger offen halten", so der Vorschlag der WKW-Präsidentin. "Es wäre sicherlich sinnvoll, denn wir haben von den Händlern gehört, dass bei Hitze sehr wenig los ist. Nach der Siesta sollte dann am Abend länger offen gehalten werden, das lade zum Flanieren ein. "Wir lieben das ja alle, wenn wir in den Süden reisen."

Weniger Parkplätze als Problem

Weniger Parkplätze durch Umbauten für Radwege seinen in der Wiener City und am Ring eine Verunsicherung für die Geschäftsleute. Diese fürchten um die Kunden. "Ein großes Problem, vor allem in der Lainzer Straße in Hietzing", so die Präsidentin.

pet, 13.10.2026, 05:30