Kontingent reduziert

Schulausflüge– Nur noch fünf Gratis-Tickets pro Schüler

Seit dem Schuljahr 2026/27 finanziert die Stadt nur noch eine begrenzte Anzahl an Schulgruppentickets für Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
14.10.2026, 09:23
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Ob Museumsbesuch, Theateraufführung oder gemeinsamer Ausflug: Für viele Wiener Schulklassen gehören Fahrten mit den Öffis zum Schulalltag. Damit auch Kinder ohne gültige Fahrkarte mitfahren können, finanziert die Stadt Wien sogenannte Schulgruppentickets. Doch hier gibt es nun eine neue Einschränkung.

Wie aus einem Schreiben der Bildungsdirektion Wien hervorgeht, werden die von der Magistratsabteilung 56 (Wiener Schulen) finanzierten Schulgruppentickets seit Beginn des Schuljahres 2026/27 auf maximal fünf Tickets pro Schüler und Schuljahr begrenzt. An ganztägig geführten Schulen liegt die Obergrenze bei sieben Tickets.

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Nur noch fünf Tickets pro Schüler

Allerdings gilt die Beschränkung nicht für jedes Kind einzeln. Vielmehr wird für jeden Schulstandort ein Gesamtkontingent errechnet. Dafür wird die Anzahl der Schüler mit fünf beziehungsweise sieben multipliziert.

Eine Schule mit 300 Schülern kann damit beispielsweise maximal 1.500 Schulgruppentickets pro Schuljahr erhalten. Bei einer ganztägig geführten Schule derselben Größe sind es 2.100 Tickets. "Verfügt nur ein Sechstel der Schüler*innen über keine gültige Fahrberechtigung, könnten diese rechnerisch an bis zu 30 Ausflügen pro Schuljahr teilnehmen", heißt es auf "Heute"-Anfrage seitens der MA 56.

Bisher Gratis-Fahrten ohne Obergrenze

Dabei wurde das kostenlose Schulgruppenticket erst vor zwei Jahren eingeführt. Im August 2024 präsentierten Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ), der damalige Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr (Neos) und Wiener-Linien-Geschäftsführerin Alexandra Reinagl die Neuerung. Die Kosten übernahm vollständig die Stadt Wien. Eine zahlenmäßige Obergrenze war in der damaligen Regelung nicht vorgesehen.

"Nach zwei Jahren, in denen Erfahrungen mit dem Angebot gesammelt und dessen Nutzung evaluiert werden konnten, wird die Regelung nun angepasst", erklärt eine Sprecherin der MA 56. Ob und in welchem Ausmaß sich die Beschränkung auf die Zahl der Schulausflüge auswirkt, hängt davon ab, wie viele Kinder bereits eine gültige Fahrkarte (Jugendticket) besitzen und wie die Schulen ihr Kontingent nutzen.

Kritik an Einsparung von ÖVP

"Ziel der Anpassung ist es, das Angebot auf Basis der Erfahrungen der vergangenen beiden Schuljahre bedarfsgerecht weiterzuführen. Die Stadt Wien ermöglicht damit auch weiterhin kostenlose Fahrten im Rahmen von Schulausflügen und unterstützt die Teilhabe aller Schüler*innen an gemeinsamen schulischen Aktivitäten", wird erklärt. Eine Aussage, wie viel an Tickets bzw. Kosten durch die neue Regelung eingespart werden könne, sei nicht möglich, "da das Schuljahr 2026/27 erst vor Kurzem begonnen hat."

Kritik an der Einsparung kommt von der ÖVP: "Die Neos sorgen für den nächsten Bürokratiewahnsinn für Wiens Schulen. Zuerst wurden Gratis-Öffis für Schulfahrten versprochen, dann Listenführungen verlangt. Ab jetzt dürfen nur mehr fünf Fahrten pro Schüler und Jahr gemacht werden. Die Neos mutieren in Wien immer mehr zur Bürokratie- und Gebührenpartei. Für die Volkspartei ist klar: Wiener Linien und Stadt sollen sich auf einen Pauschalbetrag einigen und nicht die Schulen mit noch mehr Bürokratie belasten!", meint der Wiener ÖVP-Klubobmann Harald Zierfuß.

red, Akt. 14.10.2026, 10:02, 14.10.2026, 09:23