Schüttel-Drama um Säugling

Baby misshandelt – heute kommt das Urteil in Wien

Ein Säugling mit gebrochenen Rippen und Hirnblutungen. Beide Eltern bestreiten die Vorwürfe. Am Nachmittag wird mit einem Urteil gerechnet.
Wien Heute
10.03.2026, 08:56
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Am Wiener Landesgericht wird am Dienstag der Prozess gegen die Eltern eines mutmaßlich misshandelten Säuglings fortgesetzt. Dem Vater droht eine Verurteilung wegen versuchten Mordes, der Mutter wird vorgeworfen, ihrem Kind nicht geholfen zu haben. Das Baby erlitt unter anderem Hirnblutungen sowie mehrere gebrochene Rippen.

Kind befand sich in Lebensgefahr

Der 35-jährige Vater sitzt seit Mai in Untersuchungshaft. Laut Anklage soll er das Mädchen so heftig geschüttelt haben, dass es zu schweren inneren Verletzungen kam. Die Mutter muss sich wegen unterlassener Hilfeleistung verantworten. Sie soll trotz der Situation nicht eingeschritten sein. Das damals erst zwei Monate alte Kind musste im Mai notoperiert werden und befand sich zeitweise in akuter Lebensgefahr.

Bei den medizinischen Untersuchungen stellten Ärztinnen und Ärzte zahlreiche schwere Verletzungen fest. Fast alle Rippen des Babys waren gebrochen. Zusätzlich wurden Hirn- und Netzhautblutungen diagnostiziert sowie eine lebensbedrohliche Schwellung des Gehirns durch angesammelte Flüssigkeit. Ohne einen sofortigen chirurgischen Eingriff hätte das Mädchen nicht überlebt. Nach den Befunden erstattete das Krankenhaus Anzeige.

Eltern bekannten sich nicht schuldig

Zu Beginn des Prozesses Mitte Februar bestritten beide Angeklagten die Vorwürfe. Die Mutter gab an, sie habe aus Angst vor ihrem Lebensgefährten geschwiegen und nicht erkannt, wie schwer die Verletzungen ihres Kindes gewesen seien. Der Verteidiger des Vaters erklärte hingegen, sein Mandant habe dem Baby niemals Gewalt angetan. Gleichzeitig stellte er in den Raum, dass die Mutter selbst für die Verletzungen verantwortlich sein könnte.

Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft soll der deutsche Staatsbürger das Mädchen zwischen Mitte April und dem 28. Mai 2025 bei mindestens zwei Vorfällen mehrere Sekunden lang mit großer Wucht geschüttelt haben. Ein solches Schütteltrauma kann tödliche Hirnschäden verursachen oder dauerhafte gesundheitliche Folgen nach sich ziehen.

Zeugen werden befragt

Das Kind, dem es den Umständen entsprechend mittlerweile besser gehen soll, lebt derzeit bei einer Pflegefamilie. Am Verhandlungstag am Dienstag werden weitere Zeuginnen und Zeugen gehört. Mit einem Urteil wird am späten Nachmittag gerechnet.

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