Eine 54-Jährige tauschte Montag (9.3.) ihr warmes Büro gegen die kühle Anklagebank am Wiener Landl. "Beharrliche Verfolgung", lautete der Vorwurf gegen die Bankerin. Grund für den Gerichtsauftritt war das unrühmliche Ende einer Beziehung – das die Frau offenbar nicht akzeptieren wollte.
"Ich habe ihr verklickert, dass es aus ist", erklärte das Opfer (59) im Zeugenstand. Doch Frau Magister wollte davon angeblich nichts wissen. Insgesamt tausend Mal soll sie den Deutschen angerufen haben – oft mit unterdrückter Nummer. "Ich hatte über 800 anonyme Anrufe am Handy", erzählte er. Mindestens 15 Mal soll sie auch unangemeldet bei seiner Wohnung aufgetaucht sein.
Das habe ihn nachhaltig beeinträchtigt. "Ich stelle mich tot, wenn es an der Wohnungstüre läutet", so der 59-Jährige im Zeugenstand. "Einmal ist sie hereingestürmt und hat meine Wohnung durchsucht und in der Wäsche herumgewühlt." Grund für den Ausraster dürfte die neue Freundin des Opfers gewesen sein.
Vor Gericht gab sich die resolute Bankmitarbeiterin uneinsichtig, bekannte sich "nicht schuldig". "Er hat klar, 'schleich dich' zu Ihnen gesagt", so der Richter. "Er schrieb auch, dass er diese Beziehung nicht mehr will. Daraufhin folgten Nachrichten von Ihnen im Stakkato."
"Es war erst klar, dass es aus ist, als die Vietnamesin bei ihm einzog", so die 54-Jährige. Sie schwöre, dass sie ihren Ex-Freund nicht belästigt habe. "Beim Leben meiner Kinder!" Das Opfer sah die Situation nicht so entspannt, schaltete schlussendlich die Polizei ein.
Vom Auto des Opfers wurden die Kennzeichen abgerissen, die Frau soll ihm am Arbeitsweg bei einer Bushaltestelle aufgelauert haben. Sogar bei Treffen seines Autoclubs tauchte die 54-Jährige angeblich auf.
Doch auch der Ex suchte den Kontakt, wünschte ihr "gute Besserung" nach einer OP und traf sich mit der Bankmanagerin zur "Aussprache" in einem Innenstadt-Lokal – Freispruch im Zweifel, nicht rechtskräftig. Die Unschuldsvermutung gilt.