Großes Glück gehabt

Fast zu Tode geschüttelt – so geht es Baby Mia jetzt

Ein 35-Jähriger soll seine acht Wochen alte Tochter fast getötet haben – er steht nun vor Gericht. Das Mädchen lebt bei Pflegeeltern.
Wien Heute
16.02.2026, 21:43
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Im vergangenen Jahr sorgten gleich mehrere Fälle, bei denen Babys geschüttelt wurden, für Entsetzen: Auch Mia (Name geändert) musste dieses Schicksal erleiden. Das Mädchen, das am 29. März 2025 geboren ist, wurde am 28. Mai ins Spital eingeliefert. Dort wurden Subduralblutungen, ein Hirnödem und (alte und neue) Serienrippenbrüche diagnostiziert. Eine Not-OP rettete dem Säugling das Leben.

Der Verdacht auf ein Schütteltrauma lag nahe. Die Eltern – ein 35-jähriger Deutscher und eine 38-Jährige – beschuldigten sich gegenseitig. Am Montag stand der siebenfach Vorbestrafte wegen versuchten Mordes vor Gericht – "Heute" berichtete. Die 38-Jährige – eine ausgebildete Krankenpflegerin – muss sich wegen Mordversuchs durch Unterlassung verantworten.

Gewalt schon in der Schwangerschaft

Das Paar lernte sich 2024 auf einer Online-Dating-App kennen – da saß der 35-Jährige gerade wegen fortgesetzter Gewalt gegen eine Ex-Freundin in Haft. Die 38-Jährige verliebte sich und wurde nach dessen Haftentlassung rasch von ihm schwanger – von beiden Seiten war es angeblich ein Wunschkind. Doch bereits in der Schwangerschaft kam es zu Attacken – der Deutsche soll sie geohrfeigt und mit den Fäusten gegen den Bauch geschlagen haben.

Auch nach der Geburt von Mia soll es zu Gewaltvorfällen gekommen sein. Der 35-Jährige leugnet, das kleine Mädchen geschüttelt zu haben. Es nur einmal unabsichtlich vom Wickeltisch gefallen – laut einem medizinischen Gutachten würde das die Verletzungen aber keinesfalls erklären.

Mia entwickelt sich gut

Alles in allem hatte die kleine Mia aber unglaubliches Glück, dass sie überlebt hat. Nach Bekanntwerden der Vorfälle wurde es in die Obhut der MA 11 (Kinder- und Jugendhilfe) gegeben: "Das Baby war damals in einem sehr bedrohlichen Zustand. Jetzt geht es ihr gut, sie entwickelt sich auch sehr gut. Sie ist ein ganz liebes, offenes und neugieriges Kind. Derzeit sind mögliche Spätfolgen aber noch nicht absehbar", berichtet MA11-Sprecherin Ingrid Pöschmann.

Mia lebt derzeit bei Langzeit-Pflegeeltern, die die Kleine schon kurz im Krankenhaus kennenlernen durften. Direkt nach dem Spitalsaufenthalt durften die Pflegeeltern Mia mit nach Hause nehmen: "Es war uns wichtig, dass Mia gleich fixe Betreuung und Bezugspersonen erhält", meint Pöschmann.

Hilfe beim MA11-Servicetelefon

Die MA11-Sprecherin appelliert an alle Eltern: "Die Betreuung eines Säuglings kann sehr anstrengend und fordernd sein. Es ist daher wichtig, dass man Verantwortung zeigt und sich rechtzeitig Hilfe holt. Betroffene können sich an das Servicetelefon der MA 11 unter 01 / 4000 - 8011 wenden."

Im Fall von Mia laufe derzeit noch das Pflegschaftsverfahren, in dem geklärt werden muss, ob im Umfeld bzw. in der Verwandtschaft jemand die Betreuung des Mädchens übernehmen kann bzw. möchte. Dank des raschen Eingreifens der Ärzte kann Mia am 29. März ihren ersten Geburtstag feiern. Die Verhandlung wurde vertagt – den Eltern droht jeweils lebenslange Haft.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 17.02.2026, 16:45, 16.02.2026, 21:43
Jetzt E-Paper lesen