Vater regungslos vor Gericht

"Mutter sah Gewalt gegen Baby" – sie rief keinen Arzt

Aufwühlender Prozess: Ein Deutscher (35) soll in Wien seine Tochter fast getötet haben. Die Mutter hat laut Anklage dem Baby nicht geholfen.
Christian Tomsits
16.02.2026, 10:55
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Dieser Fall geht unter die Haut. "Das kleine Mädchen wurde am 29.3. in Gewalt hineingeboren", das sagt bereits zu Beginn die Staatsanwältin.

Es geht um ein kleines Mädchen, das von seinem Vater schon nach wenigen Wochen fast zu Tode geschüttelt wurde. Die Eltern stehen am Montag beide in Wien vor Gericht: Der Vater wegen Mordversuchs, die Mutter wegen Beitragstäterschaft zum Mordversuch.

Im Wiener Landesgericht vergräbt die Mutter ihr Gesicht in den Händen. Als die 38-Jährige mit ihrer Vergangenheit konfrontiert wird, ist sie in Tränen aufgelöst. "Obwohl sie sah, dass er sie schüttelte, rief sie keinen Arzt", wirft die Staatsanwältin der ausgebildeten Krankenschwester vor.

Der Vater (35, er ist Deutscher) sitzt regungslos da.

Es waren kritische Minuten im vergangenen Frühling, das Mädchen war erst neun Wochen alt, fast war ihr Leben bereits zu Ende. Das Baby wurde am 28. Mai 2025 von seinen Eltern wegen Krampfanfällen in die Klinik Ottakring gebracht.

Dort stellten Mediziner jedoch Hirnblutungen und mehrfache Rippenbrüche fest, der Säugling kam mit Blaulicht und Sirenen ins AKH, wurde dort gleich notoperiert – Verdacht auf Schütteltrauma! Zum Glück überlebte das Kind, lebt jetzt bei Kriseneltern.

Bist du von Gewalt betroffen? Hier findest du Hilfe

Frauenhelpline (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 222 555

Männernotruf (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 246 247

Rat auf Draht: 147

Autonome Frauenhäuser: 01/ 544 08 20

Polizei-Notruf: 133

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Der Deutsche soll die Frau schon während der Schwangerschaft misshandelt haben. So schlug er ihr laut der nun vorliegenden Anklage etwa ins Gesicht oder gegen den Körper, trat ihr gegen die Beine und würgte sie zumindest zweimal mit beiden Händen, "sodass sie zumindest einmal kaum mehr Luft bekam".

Außerdem soll er der Schwangeren gegen den Bauch getreten und gedroht haben, er werde sie das nächste Mal so schlagen, dass er ihr "Gesicht demoliere". Es gilt die Unschuldsvermutung.

Der Beschuldigte, er soll seinen Lebensmittelpunkt in Deutschland gehabt haben, hatte erst kürzlich eine dreijährige Haftstrafe in der Justizanstalt Stein (NÖ) abgesessen. Nachdem er 2024 entlassen wurde, begann die Gewalt.

{title && {title} } ct, {title && {title} } Akt. 16.02.2026, 13:48, 16.02.2026, 10:55
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