"Robin Hoods der Gassen"

"Bad Santas" plündern Supermarkt und geben den Armen

Als Weihnachtsmänner und -elfen verkleidet plünderten sie einen Supermarkt – und stellten das Diebesgut unter einen öffentlichen Weihnachtsbaum
Nick Wolfinger
22.12.2025, 19:29
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Sie kamen als Weihnachtsmänner und -elfen verkleidet, um einen Supermarkt zu plündern. Die Gruppe, die sich "robins des ruelles" (also: "Robins der Gassen") nennt, verteilte das Diebesgut danach unter einem im Freien aufgestellten Weihnachtsbaum sowie in Gemeinschaftskühlschränken.

Die Tat ereignete sich vergangenen Montag gegen 21.15 Uhr. Mehrere maskierte Männer und Frauen betraten den "Metro"-Store in der kanadischen Metropole Montreal. Zielstrebig schaufelten sie ihre Einkaufswägen mit allerlei Lebensmitteln und Köstlichkeiten voll. Danach verließen sie die Filiale, ohne zu zahlen. Von der Tat posteten sie ein Video auf Instagram, hinterlegt mit dem musikalischen Weihnachtsklassiker "Jingle Bells Rock".

"Weihnachtsgeschenke" verteilt

Danach verteilte die sozialrevolutionäre Gruppe das Diebesgut. In einem offenen Brief mit dem Titel "Der Hunger rechtfertigt die Mittel" erklärten sie ihre Tat. Darin heißt es, wohl in Anspielung auf die Legende "Robin Hood":

"Wir sind die Robins der Gassen. Am Montagabend haben wir Lebensmittel im Wert von 3.000 Dollar aus dem Metro-Supermarkt in der Rue Laurier in Montreal gestohlen; einer Supermarktkette, die 2025 einen prognostizierten Gewinn von über einer Milliarde Dollar aufweist. Wir haben die Lebensmittel unter einen Weihnachtsbaum auf dem Simon-Valois-Platz in Hochelaga-Maisonneuve gelegt."

„Einige wenige Konzerne halten unsere Grundbedürfnisse als Geisel. Sie beuten die Bevölkerung aus und schöpfen so viel Geld wie möglich ab, einfach weil sie es können. Für uns ist das Diebstahl, und sie sind die wahren Verbrecher.“
Robins des RuellesStatement im Instagram-Video von ihrer Tat

Statement gegen Kapitalismus

"Metro"-Unternehmenssprecherin Geneviève Grégoire erklärte ihrerseits, dass das Unternehmen im Jahr 2025 mehrere wohltätige Aktionen durchgeführt habe, darunter eine Spende von 1,15 Millionen Dollar an Lebensmittelbanken und Lebensmittelspenden im Wert von mehreren Millionen Dollar an andere Orte.

Für die "Robin Hoods" ist das ein fadenscheiniges Argument. Auf Instagram erklären sie: "Der Präsident von Meetro, Éric Laflèche, genehmigt sich ein Gehalt von 6,1 Millionen Dollar, während seine Angestellten zum Mindestlohn arbeiten müssen". Für den Bau der Filiale in der Rue Laurier wären alteingesessene Einwohner vertrieben worden.

Die Tat will man vor allem als Beispiel für potenzielle Nachahmer verstehen: "Wir wissen, dass wir nicht alleine sind. Jeder kann sich organisieren und zum Robin Hood der Hinterhöfe werden. Diese Aktion war vor allem eine Einladung."

{title && {title} } NW, {title && {title} } 22.12.2025, 19:29
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