Jetzt wird’s auch politisch brisant: Nach den schweren Vorwürfen rund um offene Lohnforderungen gegen die Salzburger Traditionsbäckerei Essl zieht Chefin Stefanie Essl die Notbremse. Sie stellt ihre Funktion als Bezirksobfrau des Wirtschaftsbundes Salzburg-Stadt mit sofortiger Wirkung ruhend. Das teilte der Wirtschaftsbund Salzburg am Mittwochmittag (4. Februar) per Aussendung mit.
Gleichzeitig betont Essl, sie weise "jegliche Vorwürfe im Zusammenhang mit meinem Unternehmen zurück". Die Anschuldigungen kommen laut "Salzburger Nachrichten" von mehreren Dutzend ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – es geht demnach praktisch durchwegs um offene Lohnforderungen.
In der Aussendung kündigt Essl an, ihre "volle Kraft" der "positiven Abwicklung des laufenden Insolvenzverfahrens" zu widmen. Bis zur Beendigung des Verfahrens übernimmt laut Mitteilung ihr Stellvertreter Florian Ritter die Funktion des geschäftsführenden Bezirksobmannes des Wirtschaftsbundes Stadt Salzburg.
Der Schritt ist ein klares Signal: Der Fall sorgt längst nicht mehr nur in der Backstube für Ärger, sondern ist mitten in der Politik angekommen. Essl bleibt dabei: Sie sieht keine Verfehlungen – die Vorwürfe weist sie zurück.