Wer wahllos bei einem Automaten Geld abhebt, kann eine böse Überraschung erleben – denn an immer mehr Bankomaten wird eine Gebühr dafür verrechnet und das teils ohne Benachrichtigung vorab. Das zeigt eine Recherche des "Falter".
Tatsächlich gibt es in Österreich seit rund zehn Jahren private Betreiber von Bankomaten, die für Bargeldbehebungen Gebühren verlangen. Ein Verbot dieser Spesen wurde 2018 zwar beschlossen, aber kurz darauf wieder aufgehoben.
Der Großteil der Geräte wird weiterhin von der Payment Services Austria GmbH betrieben. Diese Automaten erkennt man am grün-blauen Logo, bei ihnen fallen keine direkten Gebühren an. Allerdings können Banken selbst Spesen im Konto verrechnen.
Neben diesen Geräten gibt es auch Automaten privater Anbieter, wie Euronet, IC Cash und First Data Austria. Bei ihnen werden teils direkte Gebühren fällig. Diese müssen aber angezeigt werden. "Wenn Kund:innen von nicht angezeigten Spesen überrascht werden, dann sind diese Spesen zu retournieren. Fotos zu machen ist wichtig, wir können in der Beratung unterstützen", heißt es dazu von der Arbeiterkammer zum "Falter".
Dass die teuren Automaten immer mehr werden, sieht die Nationalbank nicht unbedingt. Eine deutliche Verschiebung in Richtung gebührenpflichtiger Geräte privater Anbieter könne man in Wien nicht bestätigen.
Auffällig ist aber: Die privaten Anbieter setzen gezielt auf stark frequentierte Orte. "An touristischen Hotspots" seien sie besonders aktiv, erklärt die Nationalbank. Das zeigt sich auch rund um den Schwedenplatz.
Gleichzeitig ist die Versorgung mit Bankomaten in Österreich weiterhin gut. Die Anzahl hat sich in den vergangenen Jahren erhöht – von etwa 7.400 im Jahr 2005 auf rund 9.000 im Jahr 2019. Zudem zählt Österreich im europäischen Vergleich zu jenen Ländern, die die höchste Anzahl an Geldautomaten, in Relation zur Bevölkerung, aufweisen. Und in Wien ist der nächste Automat im Schnitt nur etwa 400 Meter entfernt.