In Simmering gesessen

"Beamte dealen mit Drogen" – Ex-Häftling packt aus

Fünf Jahre saß Klaus R. in der Justizanstalt Simmering. Die Zustände dort seien katastrophal – unter anderem geht es um Drogendeals mit Beamten.
Jana Stanek
19.08.2026, 05:42
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Schockierende Zustände in der Justizanstalt Simmering beschreibt Klaus R. (Name geändert, Anm.): Fünf Jahre lang saß der Wiener wegen Betrugs im Häfn und erlebte hautnah, wie es im Knast zugeht. Auch Drogendeals und Handy-Schmuggel hat der 40-Jährige miterlebt.

Deals für Drogen und Handys

Hinter den Kulissen ging es dem Wiener zufolge ab wie im Action-Film. "Wenn Insassen über etwas Geld verfügen, bessern sich die Beamten ihr Gehalt auf und besorgen Drogen oder Handys", erinnert sich der 40-Jährige an Szenen, die er erlebt hat. Oft würden die Beamten selbst auf die Häftlinge zugehen, wie Klaus R. an einem Beispiel beschreibt: "Ein Beamter meinte einmal zu einem Insassen, dass er ihm ein Handy beschaffen und in die Zelle bringen könne, wenn dieser ihm im Gegenzug einen hohen Geldbetrag überweist" – für alle beschriebenen Personen gilt die Unschuldsvermutung.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Wenn man wisse, wen man ansprechen müsse, sei es im Häfn ein Leichtes, an Drogen oder andere Schmuggelware zu kommen, so der Ex-Häftling. "Besonders, wenn die Beamten dieselbe Nationalität haben wie die Häftlinge. Manchmal hatte ich den Eindruck, die kennen sich alle irgendwie schon von draußen", mutmaßt der Wiener.

Auf "Heute"-Anfrage weisen die Verantwortlichen diesen Vorwurf entschieden zurück: "Es sind uns diesbezüglich keinerlei Vorwürfe bekannt", so die Justizanstalt Simmering.

Essen stundenlang ohne Kühlung

"Wie sie mit dir im Normalvollzug umgehen, ist nicht menschenwürdig", wettert der Familienvater im Gespräch mit "Heute" weiter. Unhygienisch, eventuell auch gesundheitsgefährdend, so beschreibt der Ex-Insasse weitere Aspekte des Häfn-Lebens: Bereits zu Mittag werde das kalte Abendessen serviert, welches man sich bis zum Abend aufheben müsse. "Kühlen kann man da nichts, vor allem bei 40 Grad im Sommer. Das ist eine Frechheit", ist der Wiener entsetzt.

Schimmel einfach weggeschnitten

Noch schlimmer, aber kein Einzelfall: verdorbenes Essen. Er selbst habe miterlebt, wie bei verschimmeltem Essen die faulen Teile einfach abgetrennt wurden. Der Rest sei dann an die Insassen ausgegeben worden. Klaus selbst schloss in der Haft die Ausbildung zum Bäcker ab. "Wenn es Kontrollen gab, mussten wir Bäcker sofort alles wegwerfen, was schlecht geworden ist. Hätte das niemand kontrolliert, hätten wir auch das alte Brot ausgegeben", erklärt er die Arbeitsweise in der Justizanstalt.

Auf "Heute"-Anfrage weist auch hier die Justizanstalt jeden Missstand von sich: "Eine tägliche Quantitäts- und Qualitätskontrolle ist im Ablauf der Justizanstalt fest integriert und wird täglich dokumentiert."

Verschiedene Möglichkeiten für Beschwerden

Allgemein lässt die Strafanstalt wissen: "Alle Insassen haben verschiedene Möglichkeiten, sich während der Haftzeit sowohl innerhalb der Anstalt als auch direkt bei der Generaldirektion für den gesamten Straf- und Maßnahmenvollzug als auch bei uns prüfenden Stellen, wie z. B. der Volksanwaltschaft, zu beschweren."

Man gehe jeder Beschwerde gemäß den geltenden Vorschriften nach und versuche, bei gerechtfertigten Beschwerden umgehend Lösungen zu finden.

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