Drei Tage gönnte sich Herbert P. einen kurzen Urlaub – doch bei seiner Rückkehr wartete der Albtraum. In seiner Gemeindebauwohnung stand das Wasser knöcheltief, im angrenzenden Zimmer hatte sich der Boden bereits gewellt. "Alles ist verwüstet. Es stinkt nach Fäkalien. Es ist verdreckt", klagt der Pensionist, der regelmäßig in der ATV-Serie "Mein Gemeindebau" zu sehen ist.
Der 64-Jährige rief die Feuerwehr. Die Einsatzkräfte pumpten das Wasser ab und stellten die Wasserversorgung ab. "Sie haben gesagt, das Wasser kommt von oben. Auch der Keller ist überflutet", erzählt Herbert.
Der Pensionist ist verzweifelt. Seit zehn Jahren lebt er mit seinem kleinen Yorkshire Terrier in der rund 60 Quadratmeter großen Gemeindebauwohnung im Schrödingerhof (10. Bezirk). Erst im vergangenen Jahr ließ er das Badezimmer renovieren und in der gesamten Wohnung einen neuen Boden verlegen. "Das war jetzt alles umsonst", erzählt Herbert.
Besonders wütend macht ihn, dass er die Ursache des Problems zu kennen glaubt. "Seit vier Jahren frage ich regelmäßig, wann unser Gemeindebau saniert wird, und ich werde jedes Mal vertröstet", sagt der Wiener. Im Gebäude gebe es mehrere Problemstellen. "Alles ist porös, alles veraltet."
Wiener Wohnen kam noch am Tag des Vorfalls vorbei. Die Ursache für den Rohrbruch war eine verstopfte Kanalleitung – ein WC-Duftstein samt Kunststoffhalterung war von einer Wohnung in die Kanalleitung gelangt. "Die Verstopfung wurde durch eine beauftragte Fachfirma umgehend behoben. Darüber hinaus wurde unmittelbar eine Sonderreinigung veranlasst", erklärt Wiener Wohnen.
Bei dem Vor-Ort-Termin wurden auch mehrere sanierungsbedürftige Kastenstockfenster festgestellt. Der Austausch der betroffenen Fenster wurde bereits beauftragt. Für das Sanierungsprojekt der Wohnhausanlage laufen aktuell die ersten Ausschreibungen.