Man darf nicht alles für bare Münze nehmen – diese Erfahrung machte Anfang August auch eine Rezeptionistin (28) in einem Hotel in Wien-Penzing. Eine Frau aus Deutschland hatte für zwei Übernachtungen insgesamt 256 Euro in bar bezahlt, gab der Mitarbeiterin drei Euro Trinkgeld. Wie sich später herausstellte, waren von den drei Münzen nicht einmal alle echt.
Bei einem Euro wurde die Rezeptionistin sofort stutzig. "Eine Münze kam mir verdächtig vor. Sie fühlte sich anders an als normale Euro-Münzen und auch die Prägungen stimmten überhaupt nicht", erzählt die Wienerin.
Die 28-Jährige vermutete sofort, dass es sich bei dem vermeintlichen Ein-Euro-Stück um eine Fälschung handeln könnte. Sie ging ein paar Tage später damit zur Polizei. Die Beamten zweifelten die Echtheit der Münze ebenfalls an.
Ein Polizist sei bereits aufgrund des Aussehens der Münze skeptisch gewesen, berichtet die Rezeptionistin. Ob es sich tatsächlich um eine Fälschung oder womöglich um eine Fehlprägung handelt, konnte ihr die Polizei allerdings nicht mit Sicherheit sagen. Da die Wienerin die Münze bei einer Bank prüfen lassen wollte, bekam sie diese wieder zurück.
Am nächsten Tag folgte dann der Bankbesuch. Dort habe man ihr bestätigt, dass die Münze gefälscht sei, so die 28-Jährige. Zudem sei ihr geraten worden, sich an die "Münze Österreich" zu wenden.
Die Münze soll zur Prüfung eingereicht werden, um mehr über die Fälschung herauszufinden. Eine Sprecherin der Österreichischen Nationalbank erklärt auf "Heute"-Anfrage: "Generell müssen Münzen bei Fälschungsverdacht geprüft werden." Zuständig dafür ist die "Münze Österreich".
Der eine Euro sorgte für viel Aufwand – leicht möglich, dass noch mehrere falsche Münzen in Wien im Umlauf sind. Woher der Fake-Euro kommt, ist ein Rätsel. Möglich, dass die Münze bereits jahrelang unbemerkt im Umlauf war. Die Ermittlungen dazu laufen.