Der Fall machte Schlagzeilen: Als eine Familie aus Leonding (Bez. Linz-Land) am Heiligen Abend das Grab der Mutter und Oma besuchen wollte, war der Platz plötzlich komplett leergeräumt. Das provisorische Holzkreuz, persönliche Grabutensilien und der Blumenschmuck waren entfernt worden.
Zunächst herrschte große Unsicherheit. Für die Angehörigen wirkte alles zu ordentlich für einen Diebstahl, erzählte Sandra S. gegenüber "Heute". Gleichzeitig war über die Feiertage bei der Stadt niemand erreichbar. Besonders belastend war die Angst, nicht zu wissen, ob nur die Oberfläche abgetragen oder auch die Urne betroffen sein könnte.
Erst Tage später gab es für die Familie Klarheit. Das Behältnis befand sich weiterhin in der Erde, Hintergrund der Entfernung des Kreuzes war eine Bestimmung in der geltenden Verordnung: Provisorische Grabzeichen dürfen nur zwei Jahre bestehen, danach ist ein fixer Grabstein vorgesehen. Ein entsprechendes Schreiben hatte die Familie laut Bürgermeisterin Sabine Naderer-Jelinek (SPÖ) im Sommer bekommen.
Da nach Allerheiligen noch kein Grabstein gesetzt worden war, wurde das Holzkreuz entfernt – offenbar ohne weitere Verständigung. Die Betroffenen kritisierten im Nachhinein fehlende Kommunikation, vor allem weil ein Grabstein bereits in Planung gewesen sein soll.
Nun gibt es ein Update: Am Montag nahm die Stadt Leonding Kontakt mit der Frau auf. "Nach dem Telefonat habe ich sofort Anweisung gegeben, die weggeräumten Utensilien wieder zum Grab zu bringen. Das wurde bereits erledigt", so Naderer-Jelinek. "Ich habe mich persönlich bei ihr für die sicher emotional belastende Situation der letzten Tage entschuldigt."
Gleichzeitig kündigte die Stadt an, die internen Abläufe zu überarbeiten. Der Informationsprozess rund um das Entfernen provisorischer Grabzeichen soll gemeinsam mit der Verwaltung überprüft und angepasst werden, um ähnliche Vorfälle künftig zu vermeiden.
Die Stadtchefin stellt klar: "Unsere Friedhofsverwaltung ist da, um Menschen in einer schwierigen Lebensphase bestmöglich zu begleiten." Und weiter: "Dass dies durch diesen Vorfall nun in ein anderes Licht gerückt wurde, bedauere ich zutiefst."