Mord verjährt nie: Daher könnte es in Deutschland bald zu einem neuen Nazi-Prozess kommen. Der Beschuldigte dürfte mit 105 Jahren der Älteste der deutschen Justizgeschichte sein, berichtet die "Bild". Doch worum geht es?
Laut dem Bericht war der 105-Jährige einst Wachmann im Kriegsgefangenenlager von Senne. Dort sollen 15.000 bis 70.000 Menschen getötet worden sein. Aktuell ermittelt die Staatsanwaltschaft Dortmund gegen den betagten Mann wegen "Beihilfe zum vielfachen Mord".
Die Ermittlungen wurden durch die Zentrale Stelle Ludwigsburg angestoßen und im Februar nach Dortmund abgegeben. Ursprünglich hatte man auch gegen einen weiteren Wachmann ermittelt, der aber in der Zwischenzeit gestorben ist.
Es ist jedoch nicht der einzige Fall, in dem die Staatsanwaltschaft Dortmund gegen einen ehemaligen Wachmann eines Kriegsgefangenenlagers ermittelt. So steht auch ein 100-Jähriger im Visier der Behörde. Er soll als Wachmann im Kriegsgefangenenlager in Hemmer tätig gewesen sein. Seit knapp einem Jahr laufen die Ermittlungen. Auch hier gehe es um Mord und Beihilfe zum Mord.
Der letzte Nazi-Prozess fand im Dezember 2022 statt. Damals wurde eine ehemalige Sekretärin des KZ Stutthof wegen Beihilfe zum Mord in 10.505 Fällen sowie Beihilfe zum versuchten Mord in fünf Fällen zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt.