In der Nacht auf Dienstag wurde in einem Gemeindebau in Wien-Donaustadt ein verbotener – und gefährlicher – Blitzknallsatz in einem Strom- und Gaskasten entdeckt. Bewohner Florian J. (33) bemerkte die brennende Zündschnur und riss sie ab – im letzten Moment. Laut Polizei hätte der Böller im Wohnhaus in der Saikogasse 6 zumindest für einen Stromausfall sorgen können – "Heute" berichtete.
Von dem Unbekannten fehlt aktuell jede Spur. "Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Es wurden bereits alle Mieter im Umfeld des Wohnhauses befragt", heißt es am Donnerstag auf "Heute"-Anfrage von einem Pressesprecher der Wiener Polizei. Weiters wurden auch zahlreiche DNA-Spuren im Stiegenhaus und an dem Böller der Kategorie 4 gesichert.
Diese würden aktuell ausgewertet, so der Polizeisprecher. Das Problem hier sei aber, dass es sich um ein Mehrparteienhaus mit zahlreichen Mietern handelt – und es dementsprechend zu Mischspuren kommt.
Auch die Herkunft des verwendeten Böllers wird nun genauer unter die Lupe genommen. So wird beispielsweise ermittelt, wo der Blitzknallsatz gekauft wurde.
Bei dem Sprengsatz handelte es sich laut Polizei um einen verbotenen Blitzknallsatz der Kategorie 4. Diese haben hohe Sprengkraft, sind hochgefährlich und dürfen nur von professionellen Pyrotechnikern mit spezieller Ausbildung und behördlicher Bewilligung verwendet werden. Dem Vernehmen nach ist diese Art von Pyrotechnik unter anderem bei Fußballfans sehr beliebt.
Die Polizei ermittelt aktuell in alle Richtungen und bittet nun auch Zeugen, die in der Nacht von Montag auf Dienstag etwas Verdächtiges wahrgenommen haben, um Hinweise. Diese werden – auch anonym – unter der Nummer 01/31 310 – 33 800 entgegengenommen.
Weiter groß ist die Verunsicherung im Gemeindebau, in dem Dutzende Mieter leben. Nicht wenige vermuten, dass es sich bei dem noch unbekannten Täter um einen Nachbarn handeln könnte.
Entwarnung gibt es indes in Bezug auf die Gefahr, die von dem platzierten Böller bei einer Explosion ausgegangen wäre. Die Sprengkraft hätte laut Experten zwar ausgereicht, um die Stromversorgung im Haus lahmzulegen. Was die ebenfalls in dem Verteilerkasten verlaufende Gasleitung betrifft, sei es aber so, dass die Explosion des Böllers nicht gereicht hätte, um für eine Katastrophe zu sorgen, hieß es am Donnerstag.