Am Dienstag um 4.15 Uhr riss der Feueralarm die Bewohner des Rudolf-Köppl-Hofs in der Saikogasse 6 in Wien-Donaustadt aus dem Schlaf. "Ich hab die Wohnungstür aufgemacht und eine brennende Zündschnur gesehen, die im Stiegenhaus hing", so Florian J. (33) zu "Heute".
Er fackelte nicht lange, lief hin, riss die Zündschnur ab – und verhinderte so die Explosion des verbotenen Böllers, den ein Unbekannter im Strom- und Gasverteilerkasten im 6. Stock des Gemeindebaus platziert hatte.
Bei dem Sprengsatz handelte es sich laut Polizei um einen verbotenen Blitzknallsatz der Kategorie 4. Diese haben hohe Sprengkraft, sind hochgefährlich und dürfen nur von professionellen Pyrotechnikern mit spezieller Ausbildung und behördlicher Bewilligung verwendet werden.
Der gefährliche Böller hätte laut Polizei ziemlich sicher die Stromversorgung im ganzen Wohnhaus gekappt – und im schlimmsten Fall sogar die Gasleitung beschädigt. Das hätte wiederum zu einer Katastrophe führen können. Denn wäre unbemerkt Gas ausgetreten, hätte schon das Anzünden einer Zigarette gereicht, um eine Explosion herbeizuführen. Nun ermittelt die Polizei auf Hochtouren.
Beim "Heute"-Lokalaugenschein in dem Wohnhaus zeigte sich ein Nachbar von Florian J. äußerst besorgt: "Ich fühle mich unsicher und ziehe jetzt für ein paar Tage aus", so der Mieter. Er befürchtet einen gezielten Anschlag auf das Wohnhaus.