Der 30-jährige Türke spricht perfekt Deutsch mit Tiroler Akzent, kam vor einigen Jahren aus Hall nach Wien. Seither fiel der Arbeitslose, der monatlich 1.300 Euro AMS-Geld bezieht, mit seinen psychischen Problemen in der Öffentlichkeit auf.
Am 19. Dezember 2024 pöbelte der junge Mann Lugner-Witwe Simone während einer Live-Radio-Sendung in einem Pub im Wiener Gasometer an, wir berichteten. Schon damals wurde die Polizei gerufen, es kam zum Prozess wegen gefährlicher Drohung. Der endete jedoch überraschenderweise mit einem Freispruch.
Nach neuerlichen Attacken auf Zufallsopfer im öffentlichen Raum wurde der Bedroher im vergangenen Herbst nun sogar festgenommen. Kein Wunder: Er soll laut Staatsanwaltschaft am 3. Oktober einem älteren Herren im André-Heller-Park ins Gesicht geschlagen und später eine Holzlatte über den Hinterkopf gezogen haben.
Nur zwei Wochen später attackierte er laut Überwachungsvideo eine Frau auf einer Rolltreppe und stieß sie um, sodass sie eine Kopfwunde erlitt. Einem auf der Mariahilferstraße spazierenden Spanier rammte er ein mitgeführtes Messer in den Oberschenkel.
Vor Gericht schlurfte der zweifelsfrei psychisch Kranke im grauen Jogginganzug als sogenannter Betroffener in den Saal – sichtlich von in der Haft verabreichten Medikamenten sediert. "Ich möchte mich entschuldigen, dass so etwas passiert ist. Ich hatte blöde Gedanken, weil ich zu viel Cannabis geraucht habe", nuschelte der Mann in gebückter Sitzhaltung.
Psychiaterin Sigrun Rossmanith, die ihn mehrfach untersucht hatte, warnte eindrücklich vor weiteren gefährlichen Taten gegen ihm unbekannte Menschen, "ab Tag eins" – weil er sich "akut bedroht fühlt und Stimmen hört". Sie empfahl die unbedingte Einweisung. Der Schöffensenat folgte.
"Wahnsinn, das hätte alles verhindert werden können", war Simone Lugner über die neuerlichen Vorfälle schockiert. "Diese Attacken hätten damals bei meinem Prozess schon verhindert werden können", ärgert sie sich. In den Augen der Society-Lady würde der Staat leider oft zu langsam reagieren. "Es muss immer erst was passieren", bedauert sie. Zum Glück wurden die Opfer allesamt nicht schwer verletzt. Der Betroffene bleibt nun auf unbestimmte Zeit hinter Gittern. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.