Sie kannten sich aus einem Dorf in Serbien – und zogen im Sommer zusammen in eine Wohnung in Wien-Floridsdorf. Einziger Zweck der WG laut Staatsanwalt: Als kriminelle Vereinigung Einbrüche und Diebstähle organisieren. "Opfer konnten sie identifizieren. In der Wohnung wurde Diebesgut gefunden." Nun standen die vier Männer (26, 27, 21, 20 Jahre) vor Gericht am Wiener Landl. Nur die zwei jüngeren Angeklagten übernahmen Verantwortung.
"Ich bin am 19. Juli nach Wien gekommen", erklärte der 20-Jährige vor Gericht. Nur drei Tage später soll er am 21. Juli in die Wohnung einer Pensionistin eingebrochen sein, dort Schmuck, Bargeld und Parfums gestohlen haben. Bei einem zweiten Coup wurde er dann auch schon geschnappt. Der 20-Jährige belastete seine ehemaligen WG-Kollegen. "Sie wussten es." Er habe gesehen, wie einer der Älteren etwas aus einem Rucksack gestohlen hätte.
Bei Fragen des Richters gab ein Mitangeklagter dem 20-Jährigen geheime Handzeichen im Gerichtsaal. Nur durch die aufmerksamen Justizwachebeamten flog der Trick auf. Der sichtlich verärgerte Richter unterbrach kurz die Verhandlung, musste seine Fragen ein zweites Mal stellen.
Danach saß der 21-Jährige auf der Anklagebank, er soll mit dem 20-Jährigen in eine Wohnung eingebrochen sein, ein zweiter Einbruch scheiterte. In Floridsdorf war das Quartett bei mutmaßlichen Erkundungstouren beobachtet worden. "Warum sind sie nach Österreich gekommen? Warum haben sie das nicht in Serbien gemacht?", wollte der Richter wissen. "Wir wollten keinen Ärger im eigenen Land", so der Angeklagte ganz offen.
Urteil am Mittwoch für die Balkan-Bande: Der Erstangeklagte (26) fasste 3 Jahre und 6 Monate Haft aus (nicht rechtskräftig), der Zweitangeklagte (20) 18 Monate teilbedingt, davon vier unbedingt – bereits rechtskräftig. Für den drittangeklagten 27-Jährigen setzte es 3,5 Jahre Haft (nicht rechtskräftig). Der 21-jährige Serbe erhielt 5 Monate unbedingte Haft, 16 Monate bedingt – rechtskräftig!