Eine 54-Jährige musste nun schon wieder auf der Anklagebank am Wiener Landl Platz nehmen. Der kleine Saal war Dienstag (27.1.) bis auf den letzten Platz gefüllt. Die freischaffende Autorin soll einem Polizisten eine geköpfte und gehäutete Taube geschickt haben. Der Beamte hatte einst in ihrem Drogenverfahren gegen sie ermittelt. Erst im Oktober war eine 54-Jährige aus der Haft entlassen worden. Ihr gehe es nicht um Rache, "sondern um die Wahrheit", so die Angeklagte.
Die Frau hatte dem Ermittler am 18. Dezember 2025 ein verstörendes Paket geschickt – darin eine geköpfte und gehäutete Taube, schön verpackt in Geschenkpapier mit Eisbären und Tannen – dazu eine Karte mit küssenden Pinguinen.
Der Beamte selbst war am Tag der Zustellung nicht im Dienst, doch ein Kollege informierte ihn über das Paket. Noch am Telefon wies er an, es zu öffnen – und zum Vorschein kam der schrecklich zugerichtete Taubenkadaver. Die Verdächtige war rasch ausgeforscht: Überwachungsvideos bei der Post zeigten sie klar. Die Wega nahm sie noch am selben Tag fest.
"Es geht nicht um Rache. Es geht um die Wahrheit", erklärte die 54-Jährige vor Gericht. Die tote Taube habe sie im Augarten gefunden – eine spontane Idee aus Frust über das damalige Verfahren und die Polizisten, die Psychologin sowie den Anwalt.
Nach ihrer Haftentlassung im Oktober 2025 stand sie vor dem Nichts, wie sie betonte. Sie habe die Miete nicht bezahlen können, habe nur Probleme gehabt. Trotzdem betonte sie: "Es ging nicht um Rache, überhaupt nicht."
Für die Richterin war klar: Es handelte sich um eine gefährliche Drohung. Besonders im Suchtgiftmilieu sei eine tote Taube ein beängstigendes Signal – die an eine Szene aus dem Film "Der Pate" erinnere. Die 54-Jährige wurde zu fünf Monaten unbedingter Haft verurteilt – nicht rechtskräftig – die Frau erschien ohne Anwalt und will jetzt eine Fußfessel beantragen.