Mit Millionen jongliert

Bentley, Harley, Rolex – Brüder-Duo verhöhnt Opfer

Mit dubiosen Krypto- und Autodeals sollen zwei Brüder aus Wien Investoren um Hunderttausende Euro geprellt haben. Dennoch sind sie auf freiem Fuß.
Christian Tomsits
23.02.2026, 05:45
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Die brisante Betrugs-Causa mit Tatort Wien böte Stoff für eine mehrteilige Netflix-Serie: Es geht um teure Autos, Grundstück-Geschäfte und fiese Fake-Deals mit Säcken voller Bargeld.

Mittendrin statt nur dabei: zwei Brüder. Einer ist ein umtriebiger Jungunternehmer aus Wien, der sich im maßgeschneiderten Nadelstreif und einer Gold-Rolex am Handgelenk jahrelang als erfolgreicher Geschäftsmann ausgegeben haben soll – obwohl er als Kebab-Stand-Betreiber krachend in Konkurs gegangen war. Der andere: 43 Jahre, Kampfsportler, vorbestraft – zuletzt pendelte er im Privatjet zwischen Dubai und Wien.

Mit einem gefinkelten Firmengeflecht soll das durch strittige Maskendeals in der Corona-Pandemie zu Reichtum gekommene Brüderpaar neue und finanzstarke "Freunde" mit schmierigem Import-Sonnenblumenöl, krummen Krypto-Wallets und windigen Autodeals um Hunderttausende Euro erleichtert haben – sie bestreiten das.

Dem 35-Jährigen, dem eher "fürs Grobe" zuständigen älteren Bruder (43) und deren "Chauffeur" (32) wird vorgeworfen, in Wien, Dubai und Co. Investoren mit großspurigem Auftreten gelockt und mutmaßlichen Tricksereien falsch in Sicherheit gewogen zu haben.

Ein Bentley-Deal vor mittlerweile drei Jahren dürfte den Höhepunkt der Dreistigkeit darstellen: habe laut einer aktuellen Anklage einen auf seine Mutter angemeldeten Bentley trotz Konkursverfahren mit seiner Harley und einem Porsche Cayenne II Turbo S an einen Wiener Geschäftsmann verscherbelt, dafür rund 140.000 Euro in bar kassiert. Vom Geld fehlt bis heute jede Spur.

Verdächtig: Im Handschuhfach der Briten-Limousine vom Typ Bentayga W12 fand der Käufer gefälschte Ausweise des Vorbesitzers – seine Anzeige brachten Kripo-Ermittlungen ins Rollen. Für die Opfer ein Hohn: Große Teile des Vermögens inklusive Rolex-Uhren und Goldschmuck sind längst verpfändet.

Obwohl bereits im Sommer der Betrugs-Prozess am Wiener Landl gegen das Trio begann, ließ sich der aus Dubai eingeflogene Bruder nach nur einem Verhandlungstag durch einen Privatarzt krankheitsbedingt entschuldigen. Jetzt wurde der angeblich schwer bediente Ex-Kampfsportler laut "Heute"-Infos allerdings scheinbar kerngesund Kaffee schlürfend in einem City-Lokal gesichtet.

Für Involvierte scheint es nicht nachvollziehbar, wieso beide Brüder weiterhin auf freiem Fuß – und offenbar unverändert großem – Fuß leben. Haftbefehle gibt es bisher nicht. Fix ist: Am 24. März geht’s am Wiener Landl beim Betrugs-Prozess in die nächste Runde. Haft droht, die Unschuldsvermutung gilt.

{title && {title} } ct, {title && {title} } Akt. 23.02.2026, 10:17, 23.02.2026, 05:45
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