"Was willst du, du Oarschloch"

"Bergdoktor"-Krieg eskaliert vor Gericht komplett

Seit Jahren herrscht Nachbarschaftsstreit in Ellmau. Nun fordert Carsten Olbrich 75.000 Euro Schmerzensgeld von Sänger Hansi Kiesler.
André Wilding
22.09.2026, 12:00
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Ein jahrelanger Nachbarschaftsstreit im Tiroler "Bergdoktor"-Dorf Ellmau beschäftigt jetzt das Innsbrucker Landesgericht. Carsten Olbrich (59) fordert dort 75.000 Euro Schmerzensgeld vom Schlagersänger Hansi Kiesler (70). Der Musiker soll den Deutschen vor vier Jahren attackiert haben.

Schon zu Beginn des Verfahrens wurde es laut. Olbrich sprang laut einem Bericht der BILD-Zeitung im Gerichtssaal mehrfach auf und rief: "Ich bin nicht nur Kläger, ich bin das Opfer!" Als die Richterin ihm daraufhin mit einem Verweis aus dem Saal drohte, reagierte der 59-Jährige: "Ich glaube, dass Sie ein gewaltiges Problem mit Deutschen haben!"

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Gutachten sorgt für Ärger

Auslöser für Olbrichs Unmut war das Gutachten eines Zahnmediziners. Dieser sah keinen Zusammenhang zwischen einer Wurzelbehandlung und dem Vorfall vom 31. Juli 2022.

Damals war Olbrich gemeinsam mit seiner Schwester Gabriele (64) und Dobermann Eddy unterwegs. Familie Kiesler ging vor ihnen und fühlte sich offenbar von den Geschwistern verfolgt, heißt es in dem Bericht.

Auf einem Handyvideo ist Kiesler mit den Worten zu hören: "Was willst du, du Oarschloch?" Danach bricht die Aufnahme ab. Kiesler soll die Geschwister anschließend attackiert haben.

Carsten Olbrich erlitt einen Trommelfellriss, Prellungen sowie Verletzungen an Zähnen und Lippe. Bei seiner Schwester wurde ein Nasenbeinbruch diagnostiziert, berichtet die BILD.

Sänger meldete sich krank

Kiesler wurde bereits zu 500 Euro Schmerzensgeld verurteilt. Den Geschwistern reicht das nicht, weshalb sie erneut vor Gericht ziehen.

Zum aktuellen Termin meldete sich Kiesler krank. Auch weitere einheimische Zeugen sagten laut BILD krankheitsbedingt ab. Olbrich reagierte darauf im Gerichtssaal mit den Worten: "Lagen die alle zusammen im Bett und haben sich angesteckt, weil sie hier absagen?"

Hintergrund dieser Aussage sind Inzest-Vorwürfe, die aus der Dorfbevölkerung gegen die Geschwister erhoben worden sein sollen. Solche Behauptungen sollen unter anderem auf einer gefälschten Website aufgetaucht sein, schreibt die BILD.

Auch Gabriele Olbrich reagierte im Prozess auf einen Vorwurf von Kieslers Anwältin. Diese behauptete, die 64-Jährige habe den Sänger bei dem Streit 2022 an den Haaren gerissen. Olbrich entgegnete laut BILD: "Ich würde in solche künstlichen Haare nicht fassen, das würde mich ekeln."

wil,22.09.2026, 12:00