Wirte unter Druck:

"Können Gästen nicht vorschreiben, was sie konsumieren"

Kärntens Wirte spüren die Zurückhaltung ihrer Gäste: 60 Prozent melden niedrigere Ausgaben pro Besuch, auch beim Alkohol wird deutlich gespart.
André Wilding
21.09.2026, 14:25
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Die Gastgärten können an schönen Spätsommertagen noch gut besucht sein, doch bei vielen Kärntner Wirten macht sich Zurückhaltung bemerkbar. Die Gäste kommen laut einer aktuellen Umfrage der Wirtschaftskammer Kärnten nicht nur seltener, sondern geben bei ihren Besuchen auch weniger aus.

71 Prozent der Teilnehmer beobachten gegenüber 2025 eine "gesunkene Besuchshäufigkeit". Gleichzeitig berichten 60 Prozent von niedrigeren Ausgaben pro Gast.

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Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung bei den Getränken. 73 Prozent stellen fest, dass pro Besuch weniger davon konsumiert werden. 85 Prozent beobachten konkret einen Rückgang beim Alkoholkonsum.

"Doppelte Herausforderung" für Wirte

Für Gastro-Sprecher Stefan Sternad, dessen Fachgruppe rund 2.800 aktive Mitglieder zählt, müssen sich die Betriebe auf die veränderten Gewohnheiten einstellen.

"Wenn Gäste seltener kommen und bei jedem Besuch weniger bestellen, ist das eine doppelte Herausforderung", resümiert Sternad gegenüber der "Kleinen Zeitung".

Statt darauf zu hoffen, dass die Konsumation wieder steigt, müsse am Angebot gearbeitet werden. Dazu zählt er passende Portionsangebote sowie attraktive alkoholfreie Getränke.

"Unsere Aufgabe ist nicht, den Gästen vorzuschreiben, was sie konsumieren. Unsere Aufgabe ist, mit veränderten Gewohnheiten wirtschaftlich umzugehen", stellt Sternad in der Tageszeitung klar.

Forderung nach weniger Bürokratie

Sternad fordert für die Gastronomie zudem steuerliche Entlastungen und weniger Bürokratie. Handlungsbedarf sieht er auch bei der Zusammenarbeit mit Lieferservice-Plattformen.

"Provisionen und Zusatzkosten müssen verständlich sein. Wer über Plattformen verkauft, braucht Klarheit über Konditionen, Sichtbarkeit und den datenschutzkonformen Zugang zu Bestellinformationen. Gleichzeitig sollten Betriebe ihre eigenen Buchungs- und Bestellwege weiterentwickeln", sagt Sternad zur "Kleinen Zeitung".

Die Zahlen zeigen vor allem bei den Getränken eine deutliche Veränderung: 85 Prozent der befragten Kärntner Gastronomen beobachten, dass ihre Gäste weniger Alkohol konsumieren.

wil,21.09.2026, 14:25