Ein Bestattungsunternehmer in England hat mit seinem Verhalten für Entsetzen gesorgt. Vor Gericht gestand er nun schwere Verfehlungen im Umgang mit Verstorbenen.
Der 48-Jährige bekannte sich am Donnerstag im ostenglischen Hull schuldig, in zahlreichen Fällen keine ordnungsgemäßen Bestattungen durchgeführt zu haben. Ein Motiv nannte er nicht. Dem Mann droht nun eine Haftstrafe.
Vor Gericht räumte er in Anwesenheit vieler betroffener Angehöriger 30 Fälle ein. Bereits im Oktober hatte er in diesem Zusammenhang Betrug gestanden und sich auch in weiteren Punkten schuldig bekannt.
Den Ermittlungen zufolge täuschte der Bestatter Angehörige gezielt. So behauptete er unter anderem, Verstorbene seien eingeäschert worden, obwohl sich die Leichname weiterhin im Bestattungsinstitut befanden. In vier Fällen übergab er Frauen nach einer Fehlgeburt Asche, die nicht – wie von ihm angegeben – von den ungeborenen Kindern stammte.
Die Polizei war dem Fall bereits im März 2024 nachgegangen und hatte das Unternehmen durchsucht. Dabei wurden 35 Leichen und 100 Urnen entdeckt – obwohl offiziell nur vier Leichname vor Ort hätten sein dürfen. Einige Tote lagen laut Ermittlern "deutlich länger dort gewesen als nötig", ein Körper sogar seit einem Jahr. Die Untersuchungen bezeichnete die Polizei als "unglaublich herzzerreißend und komplex".
Das Urteil soll am 27. Juli fallen. Bis dahin bleibt der Mann auf Kaution auf freiem Fuß. Richter Nicholas Hilliard machte jedoch klar, dass eine Haftstrafe "unvermeidlich" sei.