Ein Berliner Gericht hat vier mutmaßliche Hamas-Mitglieder zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Die Männer sollen ein Netzwerk für mögliche Anschläge in Europa aufgebaut haben.
Das Kammergericht Berlin sprach die Angeklagten am Mittwoch wegen Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung und weiterer Delikte schuldig. Die verhängten Strafen liegen zwischen vier und sechs Jahren Haft. Laut Gericht hatten die Männer unter anderem Waffendepots angelegt.
Nach Angaben der Bundesanwaltschaft arbeiteten die vier Männer im Alter von 34 bis 57 Jahren am Aufbau eines logistischen Netzwerks. Dieses sollte potenzielle Anschläge auf jüdische oder israelische Einrichtungen in Deutschland und anderen europäischen Ländern ermöglichen. Festgenommen worden waren sie bereits im Herbst des vergangenen Jahres.
Drei der Verurteilten lebten überwiegend in Deutschland, ein weiterer hauptsächlich in den Niederlanden. Sie sollen als Auslandsoperateure der sogenannten Kassam-Brigaden der Hamas tätig gewesen sein.
Den Ermittlungen zufolge legten die Männer mehrere Schusswaffendepots in Europa an. Die Bundesanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer Haftstrafen zwischen fünf und sieben Jahren gefordert. Der Prozess vor dem Staatsschutzsenat hatte im Februar begonnen.
Alle vier Angeklagten wurden schließlich wegen Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung verurteilt. Einer von ihnen wurde zusätzlich unter anderem wegen Waffenbesitzes schuldig gesprochen.