Neubau macht's vor: Der 7. Bezirk gilt in ganz Europa als Modell für soziale und klimafreundliche Stadtentwicklung. Jetzt zeigt das neue Buch "Wien7_Neubau", wie das im dichten Stadtraum gelingt. Herausgegeben von Stadtforscher Martin Heintel (Universität Wien), beleuchtet das 375-Seiten-Werk die Entwicklung vom verkehrsberuhigten Grätzl bis hin zur völlig autofreien Gasse.
"Wir sind in allen Bereichen gefordert. Auch Neubau ist keine Insel der Seligen", so Bezirksvorsteher Markus Reiter (Grüne) bei der Buchpräsentation im Amtshaus von Wien-Neubau. "Gerade in Zeiten der Krise muss man das soziale Miteinander fördern."
Den Sparkurs der Wiener Stadtregierung kritisiert Reiter scharf. "Wer planlos kürzt, spart nicht – er zerstört Wirkung und schafft langfristig teurere Probleme." In Neubau wolle man dennoch den eingeschlagenen Weg fortsetzen.
Unverständlich sei, warum Parken an Samstagen in ganz Wien noch immer kostenlos ist. Um klimafitte Umgestaltungen weiter zu finanzieren, schlägt der Bezirk vor, die Parkraum-Bewirtschaftung auf Samstag auszuweiten. Das würde bis zu 40 Millionen Euro zusätzlich bringen – jeder 2. Euro solle zweckgewidmet für Begrünung, kühlende Stadträume und lokale Wirtschaftsförderung in den Bezirken verwendet werden.
Viele heute selbstverständliche Maßnahmen wie Begegnungszonen oder das Radfahren gegen die Einbahn hätten in Wien-Neubau ihren Ursprung gehabt. Das Ergebnis: Plus 30 Prozent Frequenz in den Fußgängerzonen, 30 Prozente weniger Durchzugsverkehr, doppelt so viele Betriebe wie vor 20 Jahren. Reiter: "Die Veränderung wirkt." Die Zahl der Autos im Bezirk sank von 11.118 Pkw im Jahr 2011 auf 9.542 Autos im Jahr 2022.
"Die Transformation in der Bestandsstadt ist möglich, sie muss jedoch begleitet werden. Und genau das macht Neubau so besonders", erklärt Buch-Herausgeber Heintel. Das Buch "Wien7_Neubau" ist ab sofort im Buchhandel erhältlich.