Wer seinen Sommerurlaub in Kroatien verbringt, schaut mittlerweile oft zweimal auf die Rechnung. Das frühere günstige Urlaubsparadies an der Adria hat sich preislich stark verändert. Eine aktuelle Untersuchung des Reiseblogs "Worldonabudget" zeigt nun, wie viel Urlauber 2026 tatsächlich bezahlen müssen.
Für die Preisstudie wurden Hunderte Preise für Unterkünfte, Restaurants, Eisdielen und Supermärkte erhoben. Zusätzlich wurden 1.448 Menschen aus der deutschsprachigen Community des Reiseblogs zu ihrem Eindruck befragt.
Das Ergebnis ist eindeutig: 67 Prozent der Befragten empfinden die Preise in Kroatien als zu teuer. 31 Prozent halten sie für angemessen, lediglich zwei Prozent finden Kroatien günstig. Doch die erhobenen Preise zeichnen ein differenzierteres Bild. Eine pauschale Teuerungswelle gegenüber 2025 lässt sich laut der Untersuchung nämlich nicht feststellen.
Weniger erfreulich sieht es beim Essen und Trinken aus. Insgesamt wurden Preise aus 59 Restaurants gesammelt. Ein halber Liter gezapftes Bier kostet demnach durchschnittlich 4,66 Euro. Für eine Cola werden im Schnitt 3,65 Euro verlangt, ein Cappuccino kommt auf 2,60 Euro. Für Cevapcici werden durchschnittlich 14,14 Euro fällig.
Besonders interessant ist der direkte Vergleich jener 20 Restaurants, für die bereits 2025 Daten vorhanden waren. Dort wurde Bier um 13,4 Prozent teurer. Cevapcici legten um 8,1 Prozent zu, Fisch um 10,6 Prozent. Auch Cola und Cappuccino wurden teurer.
Dubrovnik fällt bei den Getränkepreisen besonders auf. Die höchsten Essenspreise wurden hingegen in Baška auf der Insel Krk festgestellt. Tendenziell schnitt Istrien bei den Gastropreisen günstiger ab als Dalmatien.
Ausgerechnet bei einem der größten Kostenpunkte gibt es gute Nachrichten. Für zwei Personen wurden Unterkünfte in 16 kroatischen Urlaubsorten für eine Woche Ende August verglichen. An zwölf Orten waren die Preise niedriger als im Vorjahr, an vier Orten höher.
Im Durchschnitt kostet eine Unterkunft 2026 laut Untersuchung 97,52 Euro pro Nacht. Im Vorjahr waren es noch 105,60 Euro. Das entspricht einem Rückgang von 7,65 Prozent.
Groß sind allerdings die Unterschiede zwischen den Urlaubsorten. Dubrovnik kommt auf durchschnittlich 123,76 Euro pro Nacht, auf der Insel Krk wurden in Baška 119,60 Euro ermittelt. Deutlich günstiger waren etwa die Plitvicer Seen mit 53,67 Euro und Šibenik mit 66,71 Euro.
Beim Eis gibt es hingegen kaum Bewegung. Eine Kugel kostet laut 31 erhobenen Preisen durchschnittlich 2,37 Euro. 2025 waren es noch 2,44 Euro. Je nach Urlaubsort kann die Rechnung aber ganz anders aussehen. Die günstigste Kugel wurde um 1,70 Euro entdeckt, die teuerste um vier Euro. Am teuersten war Eis in Dubrovnik.
Auch beim Einkauf im Supermarkt lohnt sich ein Preisvergleich. Ein Liter Milch kostet laut Studie durchschnittlich 1,21 Euro, zehn Eier kommen auf 2,41 Euro und 250 Gramm Butter auf 2,50 Euro. Für Tomaten wurden im Schnitt 3,27 Euro pro Kilogramm verlangt.
Auffällig ist Sonnenmilch: Der Durchschnittspreis lag bei 6,21 Euro für 200 Milliliter, die Spanne reichte allerdings von einem Euro bis zu stolzen 16,69 Euro.
Was bedeutet das alles für die Urlaubskassa? Die Autoren der Untersuchung kommen auf ein realistisches Tagesbudget von 80 bis 90 Euro pro Person. Dabei gehen sie unter anderem von Ferienwohnungen, regelmäßigem Essen im Restaurant sowie Ausflügen aus.
Die Daten zeigen damit ein überraschendes Bild: Obwohl zwei Drittel der Befragten Kroatien als zu teuer empfinden, sind nicht sämtliche Preise gestiegen. Unterkünfte wurden im Schnitt sogar günstiger, während vor allem Restaurantbesuche stärker ins Geld gehen.
Wer in Kroatien sparen will, sollte also nicht nur den Urlaubsort genau auswählen. Schon ein paar Kilometer Entfernung vom touristischen Zentrum können bei Unterkunft und Essen einen spürbaren Unterschied machen.