"Das ist ein Wahnsinn"

Bayrischer Bauer blockt Österreichs Jahrhundertprojekt

Ab 2032 sollen Reisende und Güter ungemein schneller die Alpen durchqueren. Doch Bayern blockiert die Express-Verbindung durch den Brenner.
Leo Stempfl
13.08.2026, 15:49
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Die Belastungsgrenze ist für die Österreicher bereits mehr als nur überschritten. Europaweit sorgte der Protest Ende Mai für Schlagzeilen: Die Bewohner des Wipptals blockierten die Brenner-Autobahn, weil sie den Verkehr nicht mehr aushalten. Ständiger Lärm, Stau, Abgase übersteigen das Maß des Erträglichen bei Weitem.

Doch es gab stets Licht am Ende des Tunnels – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Der Brenner-Basistunnel, der längste Eisenbahntunnel der Welt, sollte den Warentransport über die Alpen revolutionieren. 60 Kilometer Zugstrecke unter dem Berg und ein Ausbau der bestehenden Strecken im Inntal sollten Güter auf die Schiene bringen, Verkehr reduzieren, Emissionen senken und die Transportdauer rasant verkürzen. Vor wenigen Wochen gab es den Tunneldurchschlag.

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Die ersten Arbeiter passierten den Tunnel.
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Stillstand in Bayern

Das Projekt ist in Österreich und Italien voll im Zeitplan, von Verona bis an die deutsche Grenze entsteht eine mehrgleisige Hochgeschwindigkeitsstrecke. 2032 soll sie in Betrieb gehen. Auch Deutschland ist eigentlich seit Jahrzehnten an Bord, die Bundesrepublik ist schließlich auch einer der größten Profiteure des Mega-Projekts.

Doch plötzlich herrscht Stillstand. Noch immer wurde von der deutsch-österreichischen Grenze in Richtung München kein einziger Meter Gleis verlegt – obwohl es zigmal entsprechende Zusagen gab, bemängelt Tirols Landeshauptmann Anton Mattle in der ARD-Sendung "Kontraste".

Überall, nur nicht bei ihm

"Jetzt stellen wir fest, dass Italien sich sehr stark daran hält, Österreich auf einem sehr guten Weg ist – und der Zulauf in Deutschland noch nicht einmal beschlossen ist." Und das, obwohl es Bayern selbst war, das schon 1989 laut einen Brenner-Basistunnel gefordert hat. Gesagt, getan, später folgten Zusagen des deutschen Verkehrsministers, die Zulaufstrecke zu errichten, damit nach der Eröffnung kein Engpass entstehe. Doch genau dazu kommt es jetzt offenbar.

Und das liegt an Menschen wie ihm: Magnus Waller, Landwirt und CSU-Gemeinderat. "Diese Zerstörung von unserem Tal, das darf nicht sein. Das ist ein Wahnsinn", sagt er der ARD. Er sei nicht gegen die neue Bahnstrecke zum Brenner, nur hier bei ihm solle sie nicht entlangführen.

Landwirt will Tunnel um 2,7 Mrd. Euro

Unterstützung erhält er dabei von der Rosenheimer CSU-Bundestagsabgeordneten Daniela Ludwig, die die Proteste der Bewohner nach Berlin trägt. Für betroffene Landwirte, die vielleicht um ihre Existenz fürchten müssen, gebe es "keine angemessene Entschädigung, das muss allen klar sein".

CSU-Landwirt Waller fordert bei sich deshalb einen Tunnel unter dem Berg. Kosten würde das mindestens 2,7 Milliarden Euro. Und auch der Inn soll laut CSU aus ästhetischen Gründen untertunnelt statt überbrückt werden.

Diese bayrischen Sonderwünsche könnten laut ARD-"Kontraste" nicht nur Milliarden kosten, die Deutschland nicht hat, sondern das Projekt ungemein verzögern. Nach der Sommerpause soll der deutsche Nordzulauf zumindest mal ins Parlament kommen. Seitens der Deutschen Bahn wären die Planungen jedenfalls bereits abgeschlossen – alles wartet auf das grüne Licht.

{title && {title} } leo, {title && {title} } 13.08.2026, 15:49
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