Bierwirt trank 20 Bier und drei Flaschen Wodka am Tag

Der Bierwirt in Badeschlapfen Gericht, der Ort seiner Festnahme im Wiener Winarskyhof (r.)
Der Bierwirt in Badeschlapfen Gericht, der Ort seiner Festnahme im Wiener Winarskyhof (r.)Heute/picturedesk.com
Der mordverdächtige Bierwirt schoss am 29. April seiner Ex in den Kopf, randaliert nun in seiner U-Haft-Zelle. Zuvor trank er in extremen Mengen.

Albert l. (42) gilt als einer der schwierigsten Häftlinge in der JVA Josefstadt, beschmiert seine Zellenwände mit Kot, uriniert auf den Boden und provoziert Justizbeamte nackt tanzend und mit wüsten Beschimpfungen. Doch schon vor seiner Zeit in der U-Haftzelle galt der Bierwirt – nicht nur Sigrid Maurer machte unangenehme Bekanntschaft – als äußerst schwieriger Zeitgenosse.

Nach den Prozessen gegen die Grüne Politikerin,  bei denen er schlussendlich seine Klage zurückzog und auf den Anwaltskosten sitzenblieb, geriet das verpfuschte Leben des Craftbeershop-Besitzers völlig aus den Fugen. Sein Alkoholkonsum erreichte einen traurigen Höhepunkt.

"Ich trank täglich zwanzig Bier, dazu zwei, drei Flaschen Wodka"

"Ich trank täglich ungefähr zwanzig Bier, dazu zwei, drei Flaschen Wodka und nahm verschiedene Drogen", sagte der 42-Jährige bei Polizei aus. Am 23. April schoss er betrunken mit einer illegalen Pistole auf den Schwiegervater. Das Projektil verfehlte den Mann nur knapp, schlug in der Wand jener Wohnung im Wiener Winarskyhof ein, wo es eine Woche später zur schrecklichen Bluttat kam.

Bierwirt kippte Schnapsflaschen auf Ex

Am 29. April um 19.50 Uhr klopfte der erneut stark Alkoholisierte bei seiner völlig verängstigten Ex-Lebensgefährtin an. Die gemeinsame Tochter (13) öffnete die Türe, kurz darauf schoss er ohne Vorwarnung auf Marija M., traf sie im Oberschenkel. Der zweite Schuss Sekunden später in den Kopf der Krankenschwester (35) sollte tödlich sein. Nach der furchtbaren Tat forderte er von einem Nachbar Schnaps. Der reichte ihm durch das Fenster zum Hof je eine Flasche Barardi und eine Flasche Wodka – beide leerte Albert L. in einem Zug.

Die wichtigsten Nummern gegen Gewalt auf einen Blick:

Polizei-Notruf: 133

Euro-Notruf: 112

24-Stunden-Frauennotruf der Stadt Wien: 01/71719

Frauenhaus-Notruf: 05 77 22

Lebenslange Haft droht

Kurz nach seiner Festnahme im Hof wurden bei ihm dreieinhalb Promille Alkohol im Blut gemessen. Ein Gutachten geht aber davon aus, dass der 42-Jährige bei der Tat nicht unzurechnungsfähig war, da man bei einem solch regelmäßig-hohen Konsum bei der Tat nur von einer "mittelschweren Berauschung" ausgehen kann. Somit droht dem wegen Mordes Angeklagten eine lebenslange Haftstrafe, sowie eine anschließende Einweisung in eine Anstalt. Für ihn gilt selbstverständlich die Unschuldsvermutung.

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