Allein 2022 suchten 60 Personen nach vermuteter K.O.-Tropfen-Gabe eine Beratungsstelle in Wien auf. Noch bis 11. Jänner sind darum fünf Straßenbahn-Garnituren im Zeichen der Kampagne der Stadt Wien "Nichts ist O.K. bei K.O.-Tropfen“ unterwegs. Sie fahren einen Monat lang in Favoriten, Rudolfsheim-Fünfhaus, Hernals und Floridsdorf. Damit soll das Thema ins Zentrum der Aufmerksamkeit rücken und eine Sensibilität im Umgang mit dem Thema erhöht werden: nicht wegschauen, helfen!
Bei K.O.-Mittel-Fällen sind die Zahlen gestiegen: allein heuer bis 15. November gab es dazu beim 24-Stunden Frauennotruf rund 60 Beratungen, 2021 waren es rund 40 und 2020 waren es 20 Fälle – wobei die Dunkelziffer bei dieser Straftat besonders hoch ist. Im Schnitt liegt die Zahl derzeit bei rund 4 bis 5 Beratungen pro Monat zum Thema.
Nun sind deshalb einen Monat lang fünf gebrandete Straßenbahnen abwechselnd auf insgesamt 23 Linien in Favoriten, Rudolfsheim-Fünfhaus, Hernals und Floridsdorf unterwegs, um auf das Thema K.O.-Tropfen aufmerksam zu machen. Dazu werden ergänzend Sujets und Videos als TV-Spots und auf Social-Media-Kanälen gezeigt, auch Citylights im öffentlichen Raum machen auf das Thema K.O.-Tropfen aufmerksam. Toilettenplakate sind ebenfalls Teil der Kampagne. Gezeigt werden Situationen, die aufrütteln. Darum geht's:
Wie handle ich richtig, wenn ich mitbekomme, dass jemandem K.O.-Tropfen ins Getränk gemischt werden oder wenn ich selbst vermute, dass mir jemand K.O.-Mittel gegeben hat? Unter dem Motto "Nichts ist O.K. bei K.O.-Tropfen!“ läuft die groß angelegte Bewusstseinskampagne der Stadt Wien und ruft zu Aufmerksamkeit und Zivilcourage auf.
Vizebürgermeisterin und Frauenstadträtin Kathrin Gaál dazu: "Die klare Botschaft 'Nichts ist O.K. bei K.O.-Tropfen‘ ist jetzt auf Straßenbahnen in der ganzen Stadt sichtbar. Wir wollen mit der Kampagne wachrütteln und dazu aufrufen, hinzuschauen, zu handeln und zu helfen! Das Gefährliche an K.O.-Tropfen ist, dass man sie in Mischgetränken nicht riecht und schmeckt. Umso wichtiger ist es, auf das eigene Getränk – auf sich selbst und auf andere – aufzupassen. Die Mitarbeiterinnen des Frauennotrufs sind immer für Betroffene da – genauso wie für Zeuginnen und Zeugen, die helfen wollen“.
Öffi-Stadtrat Peter Hanke: "Mit dem Branding dieses starken Kampagnen-Slogans auf mehreren Straßenbahnen der Wiener Linien schaffen wir eine zusätzliche, sehr breitenwirksame Bewerbung und erhöhen damit die Aufmerksamkeit für dieses wichtige Thema in unserer Stadt“.
Ein Punsch auf der Weihnachtsfeier – und plötzlich wird es schwarz vor den Augen. Das aufregende erste Treffen mit dem Online-Date bei ihm zu Hause – und nach dem Glas Wein setzt Kopfweh und starke Müdigkeit ein. Eine Silvester-Party mit guter Stimmung mit Freunden und einem Flirt mit einem neuen Bekannten – von einem Moment auf den anderen lässt die Aufmerksamkeit nach, alles verschwimmt vor den Augen.
Es passiert auf Partys, in Bars, in Clubs, auf Maturareisen, bei Konzerten oder Weihnachtsfeiern – die Täter, meist Männer, mischen ihren Opfern, meist Frauen, heimlich Betäubungsmittel ins Getränk – mit dem Ziel, sie manipulierbar und wehrlos zu machen – und um Straftaten wie Raub und Vergewaltigung zu begehen.
Der 24-h Frauennotruf gibt unter 01/71719 Auskunft. Wichtig ist: Bei Gefahr immer die Polizei unter 133 rufen! Alle Infos gibt es unter wien.gv.at/gewaltschutz
Mit der Kampagne "Nichts ist O.K. bei K.O.-Tropfen!“ klärt die Stadt Wien darüber auf, was K.O.-Mittel sind, wie man sich davor schützen kann und was man tun kann, wenn man vermutet, Opfer von K.O.-Tropfen geworden zu sein.