Sehr viele Verkehrsteilnehmer nehmen es mit dem Blinken nicht so genau. Das zeigt eine aktuelle Studie des ÖAMTC. Wer falsch oder gar nicht blinkt, riskiert sogar eine Strafe von bis zu 726 Euro.
Im Sommer 2026 untersuchte der ÖAMTC mehr als 6.200 Abbiegevorgänge. Das Ergebnis: Mehr als jeder Vierte zeigte nicht richtig oder überhaupt nicht an, wohin er fahren wollte. Immerhin gibt es eine Verbesserung gegenüber früheren Erhebungen.
Während 2016 nur 62 Prozent und 2019 immerhin 66 Prozent der beobachteten Autofahrer korrekt blinkten, lag der Anteil heuer insgesamt bei 73 Prozent. Erstmals wurden allerdings auch Radfahrer berücksichtigt.
"Verzichtet man auf Blinker oder Handzeichen, müssen Andere raten, was man vorhat. Das wirkt sich wiederum auf den Verkehrsfluss aus und kann schlimmstenfalls sogar zu Unfällen führen", warnt ÖAMTC-Verkehrstechniker David Nosé.
Auch finanziell kann das teuer werden: Der gesetzliche Strafrahmen reicht bis zu 726 Euro. In der Praxis müssen Verkehrssünder laut ÖAMTC mit einer Organstrafe zwischen 55 und 75 Euro rechnen.
Besonders häufig passieren Fehler auf abbiegenden Vorrangstraßen. Nur 56 Prozent der beobachteten Verkehrsteilnehmer zeigten dort ihren Richtungswechsel korrekt an.
Auch im Kreisverkehr gibt es Probleme. Bei knapp einem Drittel der beobachteten Ausfahrten wurde überhaupt nicht geblinkt.
Dabei gilt: Wer den Kreisverkehr verlässt, muss blinken. Beim Einfahren ist Blinken hingegen nicht erlaubt.
Gerade beim Verlassen des Kreisverkehrs ist das Signal wichtig, damit andere Verkehrsteilnehmer rechtzeitig erkennen können, wohin die Fahrt geht.
Erstmals nahm der ÖAMTC auch Radfahrer unter die Lupe. Von rund 300 beobachteten Radlern gaben nur 45 Prozent beim Abbiegen ein korrektes Handzeichen. Mehr als die Hälfte zeigte den Richtungswechsel somit nicht richtig an.
Bei Autofahrern lag der Anteil korrekter Blinkvorgänge bei 75 Prozent, Busfahrer schnitten mit 84 Prozent am besten ab.
Für Radfahrer kann das Handzeichen allerdings eine Herausforderung sein. "Ein Handzeichen am Rad heißt, eine Hand vom Lenker zu nehmen, oft genau dann, wenn man ohnehin bremst oder ausweicht. Das kann unangenehm sein – dennoch müssen andere sehen können, wohin man fährt", erklärt Nosé.