Die nächste Hitzewelle hat Österreich fest im Griff. Am Donnerstagnachmittag steigen die Temperaturen nach Angaben von Meteorologen verbreitet auf 32 bis 38 Grad, lokal kann es noch etwas heißer werden.
Besonders belastend ist die Kombination aus intensiver Sonneneinstrahlung und ungewöhnlich warmer Luft subtropischen Ursprungs. Eine Hochdruckbrücke zwischen Nordafrika und Osteuropa lenkt die heißen Luftmassen direkt in Richtung Alpenraum.
UBIMET erwartet eine länger andauernde und markante Hitzewelle, die Österreich bis in den August hinein begleiten dürfte. In weiten Teilen des Landes bleibt es am Donnerstag trocken und sonnig. Im östlichen Bergland können sich am Nachmittag allerdings einzelne kräftige Hitzegewitter bilden. Punktuell droht dabei Starkregen.
Der vorläufige Höhepunkt der Hitze wird für Freitag erwartet. Laut GeoSphere Austria dürfte es im Osten des Landes besonders extrem werden. Im östlichen Flachland sind 38 bis 39 Grad möglich, stellenweise kann sogar die 40-Grad-Marke erreicht werden.
In Wien werden je nach Stadtlage Temperaturen zwischen 37 und 40 Grad erwartet. Damit könnte auch der erst am 28. Juni aufgestellte Wiener Temperaturrekord erneut ins Wanken geraten. Damals wurden in der Inneren Stadt exakt 40,0 Grad gemessen.
Auch Tirol steht ein brütend heißer Freitag bevor. Im Inntal rechnen Wetterexperten mit 36 bis 37 Grad. Ab dem Nachmittag können dort jedoch zunehmend unwetterartige Gewitter entstehen.
Neben Starkregen drohen Sturmböen und größerer Hagel. Laut UBIMET bilden sich vor allem über dem westlichen Bergland mächtige Quellwolken. Lokal sind in kurzer Zeit große Regenmengen möglich, während sich die Hitze im Osten noch weiter verschärft.
Bereits am Donnerstagabend kann es im äußersten Westen Österreichs ungemütlich werden. Eine Böenfront erreicht voraussichtlich den Bodenseeraum und Vorarlberg.
Rund um den Bodensee sind kurzfristig Windspitzen von etwa 70 km/h möglich. Vereinzelt werden auch Sturmböen um 75 km/h erwartet. In den übrigen Landesteilen bleibt die Wetterlage zunächst deutlich ruhiger als im benachbarten Deutschland.
Auf der anderen Seite der Grenze spitzt sich die Lage dramatisch zu. Deutschland erlebt zunächst ebenfalls einen sehr heißen Donnerstag. Bereits am Vormittag lagen die Temperaturen vielerorts bei rund 30 Grad, regional werden am Nachmittag Werte an der 40-Grad-Marke erwartet.
Gleichzeitig nähert sich von Frankreich eine Wetterzone mit schauerartigem Regen und Gewittern. An ihrer Vorderseite zieht eine sogenannte Konvergenzzone von Westen nach Osten über Deutschland. Sie kann innerhalb kürzester Zeit heftige Windböen auslösen.
Der Deutsche Wetterdienst warnt am Nachmittag und Abend vor Sturm sowie schweren Gewittern. Von Nordhessen und Ostwestfalen über Teile Niedersachsens bis nach Mecklenburg-Vorpommern sind in Gewittern Orkanböen zwischen 120 und 140 km/h möglich.
Dazu können Starkregen mit bis zu 20 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit und Hagelkörner mit einem Durchmesser von bis zu zwei Zentimetern auftreten. Der DWD hat für die besonders gefährdeten Gebiete eine Vorabinformation vor Unwettern ausgegeben.
Besonders tückisch: Die gefährlichen Böen treten nicht ausschließlich in Verbindung mit Regen oder Gewittern auf. Auch abseits der Gewitter können in Deutschland verbreitet 70 bis 85 km/h erreicht werden.
Kachelmannwetter warnt davor, dass der Sturm im Westen Deutschlands bereits ab der Mittagszeit urplötzlich einsetzen könne. Betroffen seien zunächst das Saarland, Rheinland-Pfalz und der Süden Nordrhein-Westfalens. Bis zum Abend zieht die Zone weiter in Richtung Nordosten.
Jörg Kachelmann weist darauf hin, dass die Sturmfront am Himmel teilweise kaum zu erkennen sein werde, weil begleitende Gewitter oder dunkle Wolken fehlen können. Menschen im Freien könnten daher von den Böen überrascht werden.
Wer sich in den betroffenen Regionen aufhält, sollte sich bereits vor dem Eintreffen der Front von Bäumen, Baugerüsten und losen Gegenständen entfernen. Sobald der Wind einsetzt, kann sich die Situation innerhalb weniger Augenblicke massiv verschärfen.
Während in Deutschland eine Kaltfront die extreme Hitze langsam nach Südosten verdrängt, bleibt die Hochdrucklage über Österreich vorerst bestehen.
Am Wochenende steigt die Gewittergefahr zwar auch hierzulande an. Besonders über dem Berg- und Hügelland sind kräftige Gewitter mit Starkregen und Hagel möglich. Eine nachhaltige Abkühlung ist laut den aktuellen Prognosen aber nicht in Sicht.
Nach einer vorübergehenden Abschwächung nördlich der Alpen dürfte die große Hitze bereits zu Beginn der neuen Woche wieder zurückkehren.