Die Mittelmeerinsel Capri zieht seit Jahrzehnten Reisende aus aller Welt an – mit spektakulären Steilküsten, luxuriösen Villen und mediterranem Flair. Doch der anhaltende Besucheransturm bringt zunehmend Schattenseiten mit sich. Nun reagiert die Inselverwaltung mit einem ungewöhnlich strengen Schritt: Aufdringliche Touristenwerbung im öffentlichen Raum wird künftig verboten.
Konkret untersagt eine neue "Anti-Belästigungs-Verordnung" jegliche aggressive Ansprache von Urlaubern. Wer künftig versucht, Passanten ungefragt in Restaurants zu locken oder ihnen Ausflüge, Bootstouren oder andere Dienstleistungen aufzudrängen, muss mit Geldstrafen rechnen – diese können bis zu 500 Euro betragen.
Auch das Verteilen von Flyern, Broschüren oder Visitenkarten ist im öffentlichen Raum nicht mehr erlaubt. Die Regelung richtet sich ausdrücklich an Gastronomiebetriebe ebenso wie an Anbieter touristischer Dienstleistungen und Agenturen.
Mit der Maßnahme reagiert die Gemeinde auf ein Problem, das längst viele europäische Destinationen betrifft: den sogenannten Overtourism. Auf Capri leben rund 13.000 Menschen – in den Sommermonaten strömen jedoch täglich Zehntausende Tagesgäste auf die Insel.
Die Folge: überfüllte Gassen, zunehmender Druck auf Infrastruktur und wachsende Unzufriedenheit bei Besuchern. Besonders das aggressive Anwerben von Kundschaft galt zuletzt als Ärgernis. Ziel der neuen Verordnung sei daher ein "gepflegtes Erscheinungsbild" sowie ein reibungsloser Ablauf von Fußgänger- und Verkehrsströmen, heißt es aus der Verwaltung.