42 Grad in Österreich? Für Meteorologe Marcus Wadsak ist das keineswegs ausgeschlossen. In einem Facebook-Video reagiert der ORF-Wetterexperte auf Behauptungen, wonach derartige Temperaturen hierzulande nicht möglich seien. Gleichzeitig warnt er: Die aktuelle Hitze dürfte sich in den kommenden Tagen weiter zuspitzen.
"Sonnenschein und Hitze haben Österreich wieder fest im Griff und die Hitze wird sich in den nächsten Tagen noch verschärfen. Wer Meteorologe ist und sich mit dem Thema auseinandersetzt und über diesen Sommer analysiert, berichtet oder nachdenkt und das Wort Klimawandel dabei nicht erwähnt, der hat irgendwie im Studium etwas versäumt, glaube ich", erklärt Wadsak.
Der Meteorologe verweist auf die außergewöhnlichen Messwerte dieses Sommers. Sechs Tage mit Temperaturen jenseits der 40-Grad-Marke habe es bereits gegeben. Gleichzeitig hält die Trockenheit weiter an.
"Temperaturen wie wir diesen Sommer erleben, wir hatten 6 Tage mit mehr als 40 Grad, sind ohne globale Erwärmung nicht denkbar, gar nicht möglich. Wir haben eine Dürre die fast schon ein Jahr andauert. Das ist ohne Klimawandel gar nicht möglich, weil die globale Erwärmung unsere Strömungsmuster so verändert hat, dass der Regen einfach so lange ausbleiben kann", sagt Wadsak.
Doch nicht nur die Hitze beschäftigt den Wetterexperten. Auch bei heftigen Gewittern und Starkregen sieht er einen Zusammenhang mit der wärmeren Atmosphäre.
"Die Hitzewelle ist beispiellos, so etwas gab es noch nie. Da steckt überall der Klimawandel drin. Auch in den heftigen Gewittern, die dann niedergehen und Muren abgehen lassen, denn das ist auch klar: In einer wärmeren Atmosphäre wird unser Wetter extremer. Mit einem Grad mehr kann die Atmosphäre 7 Prozent mehr Feuchtigkeit aufnehmen und das ist, was bei den Starkregen-Ereignissen dann eben auch wieder runterkommt", stellt Wadsak klar.
Besonders deutlich wird Wadsak bei einer Behauptung, die ihm laut eigenen Angaben immer wieder begegnet: "In Österreich kann es nicht 42 Grad kriegen!".
"Bitte, was ist denn das? Natürlich kann es 42 Grad kriegen. Haben wir in Ungarn schon erlebt, haben wir in Slowenien schon erlebt, in Italien selbstverständlich. Da gibt es kein Schild an Österreichs Grenzen das sagt: 'Stopp für 42 Grad, die gerne, aber nicht bei uns.' Physikalischer Unsinn. Die Celcius-Skala ist nach oben offen und natürlich kann es auch in Österreich einmal über 42 Grad bekommen", so Wadsak.
Auch die Erklärung, wonach die Wetterlage und nicht der Klimawandel hinter der Hitze stecke, greift der Meteorologe auf. Für Wadsak ist diese Gegenüberstellung nicht schlüssig.
"Logischerweise ist an jedem Wetter, jeder Temperatur, die Wetterlage Schuld, aber die Wetterlage, die wir den Sommer so oft haben, die diese unfassbar langen, extremen Hitzewellen bringt, ist eine altbekannte, ist ein blockiertes Hoch mit heißer Luft aus Afrika über das Mittelmeer", sagt er.
Blockierte Hochdrucklagen seien grundsätzlich nichts Neues. Entscheidend seien laut Wadsak die Temperaturen, die inzwischen damit einhergehen.
"Die Wetterlage ist nicht neu. Die gabs immer wieder. Sie gabs halt noch nie mit diesen Temperaturen, denn da steckt der Klimawandel drin, der diese Wetterlage, die wir kennen, eben derzeit noch heißer macht."
Zum Abschluss nimmt sich der Meteorologe noch ein weiteres Argument vor, das unter Diskussionen über die Hitze regelmäßig auftaucht: Hohe Temperaturen seien im Sommer schließlich normal.
"Es ist Sommer. Ja, das ist das einzige Argument, das richtig ist. Wir haben Sommer, ich glaube das wissen wir, aber alle und ich glaube, wir wissen alle, die uns ein bisschen gut versuchen zurückzuerinnern, es ist Sommer, aber absolut nicht mehr ein Sommer wie früher, denn das, was wir heuer erleben, das gabs noch nie", erklärt Wadsak.
Der Meteorologe lässt keinen Zweifel an seiner Einschätzung: "Wer was anderes behauptet, liegt einfach falsch und Meinung gegen Fakten, Meinung gegen Messergebnisse funktioniert einfach nicht. In diesem Sinne, es ist Sommer, jawoll, aber vergessen wir nicht, da steckt schon sehr viel Klimawandel in unserem Wetter."