Blackout – Bundesheer probt den Katastrophenfall

Ein Blackout gilt als eine der wahrscheinlichsten Bedrohungen für Österreich. Ohne Strom geht nichts – das Bundesheer bereitet sich nun darauf vor.

Der Beinahe-Blackout vom 8. Jänner diesen Jahres hat wachgerüttelt. Nur haarscharf war Europa an diesem Tag an einem kompletten Stromausfall vorbeigeschrammt – "Heute" berichtete. Gleichzeitig zeigte sich, dass Herr und Frau Österreicher nur sehr schlecht auf einen solchen Katastrophenfall vorbereitet sind.

Ohne Strom wird's schnell dumpa in unserem Land. Kühlschränke und Kochfelder funktionieren nicht mehr, die Telekommunikation und auch Ampelanlagen läge darnieder. 

Heer setzt auf Autarkie

Diese Gefahr wurde auch beim Bundesheer erkannt, weshalb sich dieses nun schrittweise dafür rüstet, im Falle eines Blackouts einsatzfähig zu bleiben. Dutzende Millionen an Euro werden in die Kasernen gepumpt, damit diese wieder autark werden und sich in Notfällen selbst versorgen können – ein Ziel, das im krassen Gegensatz etwa zu der 2012 getätigten Umstellung auf eine Zentralküche für alle Standorte steht.

Jedenfalls sollen mit "autarken Kasernen, moderner Ausrüstung und regelmäßigen Übungen" im Ernstfall nicht nur die eigene Truppe sondern auch die zivilen Einsatzorganisationen "bestmöglich versorgt und unterstützt werden".

Üben für den Ernstfall

Am Dienstag wurde deshalb eine Übung zur Sicherung der Kommunikationswege statt. 30 Soldaten der Fernmeldetruppe errichteten dazu innerhalb kürzester Zeit ein Netz, um die Kommunikation zwischen mehreren Bundesländern sicherzustellen.

Dieses funktioniert über Kurzwelle, Sende- und Empfangseinrichtungen können österreichweit in den Kasernen aufgebaut werden. Versorgt werden diese mittels Notstromaggregat.

"Schutz und Hilfe bieten"

"Eine sichere Verbindung während eines Blackouts innerhalb des Bundesheeres ist notwendig, um Ordnung in das Chaos zu bringen. Denn nur gemeinsam können wir moderne Bedrohungen abwehren. Deshalb üben wir jetzt schon für den Ernstfall, damit das Bundesheer weiterhin Schutz und Hilfe bieten kann", erklärt Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) im Rahmen der heutigen Übung. Bis 2024 sollen Kasernen soweit autark sein, um in Bedrohungsszenarien, wie einem Blackout, "rasch und effizient" reagieren zu können.

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