"Blödsinn" – das denken die Wirte über Heizschwammerl

"Haben keine Heizschwammerl, nur elektrische Heizung im Außenbereich": Wirt Karl Zuser jun. aus Ried im Innkreis.
"Haben keine Heizschwammerl, nur elektrische Heizung im Außenbereich": Wirt Karl Zuser jun. aus Ried im Innkreis.Biergasthof Riedberg / Eibner/EXPA/picturedesk.com
Wer auf Heizschwammerl verzichtet, bekommt den Energiekostenzuschuss. Was halten heimische Gastronomen davon? "Heute" hat nachgefragt.

Schwammerl oder Zuschuss? Diese Frage stellen sich aktuell viele Gastro-Betreiber. Die finanzielle Unterstützung soll die massiv steigenden Energiepreise, ausgelöst durch den Ukraine-Krieg, auffangen.

Als Ausgleich dafür erklären sich Unternehmen bereit, Energie einzusparen, also zum Beispiel ihre Heizschwammerl aufzugeben. So weit die Theorie.

Wenn Betriebe den Energiekostenzuschuss beziehen wollen, müssen sie sich bei der Förderbank AWS registrieren. Nach einer "Heute"-Recherche war dieser Schritt allerdings zuletzt noch nicht möglich. Denn auf der Website ist nur zu lesen: "So bald wie möglich folgt eine Information zum genauen Zeitpunkt der Voranmeldung/Registrierung."

Wie stehen heimische Gastronomen zu dieser Debatte? "Heute" hat mit drei OÖ-Betrieben gesprochen (siehe Bildergalerie unten).

"Draußen stehen, wenn geheizt wird, ist Blödsinn"

"Draußen im Winter zu stehen, während dort geheizt wird, ist ein Blödsinn", erklärt Karl Zuser jun., Wirt aus Ried im Innkreis. "Aber man muss dazusagen, dass Raucher in den Außenbereich verdrängt worden sind. Wir wollen ein Ort des Wohlfühlens sein, das wurde in letzter Zeit aber immer schwieriger durch verschiedene Auflagen."

Zuser sei prinzipiell dagegen, draußen mit Energie Wärme zu erzeugen, hinterfragt aber die Maßnahmen: "Es ist fraglich, ob der Ansatz der Regierung, hier CO2 zu sparen, sinnvoll ist."

"Grundsätzlich bin ich dagegen, draußen mit Energie Wärme zu erzeugen. Es ist aber fraglich, ob der Ansatz der Regierung, hier CO2 zu sparen, sinnvoll ist." Karl Zuser jun., Wirt in Ried im Innkreis

Über einen Generationenkonflikt berichtet der Helfenberger Wirt Peter Haudum (62) aus dem Bezirk Rohrbach. Sein 30-jähriger Sohn Lukas hat vor einem Jahr den Betrieb übernommen: "Lukas hat sich für den Energiekostenzuschuss entschieden, ich hätte die Heizschwammerl weiterhin verwendet. Warum er darauf nicht verzichten will? "Ich lasse mir das Geschäft nicht kaputtmachen."

Haudum verweist darauf, dass auf dem Dach des Gasthauses eine Photovoltaik-Anlage installiert sei und man sich "zum Großteil" selbst mit Energie versorge.

Aus Energiespar-Gründen keine Heizschwammerl

Franz Lindmayr betreibt das Café Bar Johann in Bad Ischl. Im Gespräch mit "Heute"  zeigt er sich umweltbewusst: "Wir haben zwar Heizschwammerl, aber wir werden sie diesen Winter aus Energiespargründen nicht verwenden."

Der Ischler Unternehmer, der keinen Zuschuss bezieht, hat eine klare Meinung zur Energiekrise. In seinen Augen solle jeder "so ökonomisch wie möglich mit Energie haushalten".

"Wir haben derzeit geschlossen, da wir unsere Heizung von Gas auf Luftwärmepumpe umstellen", sagt Lindmayr. "Außerdem haben wir auch einen Tank für Regenwasser, das wir dann für unsere WC-Anlagen verwenden." Durch die PV-Anlage habe man Förderungen bekommen, daher sei man "gut aufgestellt", so der Gastro-Unternehmer.

Man sei immer schon "ökologisch unterwegs" und "sehr sparsam" gewesen. 

"Küche braucht den meisten Strom"

Wie "Heute" berichtete, meldete sich Wirtesprecher Thomas Mayr-Stockinger bei der Heizschwammerl-Debatte kritisch zu Wort: "Hier einzusparen, wird die Industrie auch nicht retten. In der Gastronomie braucht man in der Küche den meisten Strom."

Vergleichsweise energieintensiv sei außerdem der Umgang mit Halbfertig-Gebäck: Dieses müsste man zuerst vorbacken, dann schockfrosten und dann wieder auftauen. 

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