Schon vor dem Anpfiff herrschte unter den bosnischen Fans in Toronto Ausnahmezustand. Tausende Anhänger des Balkan-Staates sorgten für Heimspiel-Atmosphäre. Nach 21 Minuten kannte der Jubel dann endgültig keine Grenzen mehr – und das hatte einen Grund Jovo Lukic.
Der Stürmer stieg nach einer Flanke am höchsten und köpfte Bosnien-Herzegowina mit 1:0 in Führung. Die Fans auf den Rängen rasteten aus. Besonders bemerkenswert: Der 27-Jährige bestritt gegen Kanada erst sein erstes Länderspiel seit fünf Jahren – und schrieb jetzt eine ganz besondere Geschichte.
Für die entscheidenden Playoff-Partien im März, in denen sich Bosnien gegen Italien das WM-Ticket sicherte, war Lukic noch gar nicht nominiert. Vor dem aktuellen Turnier war er überhaupt erst einmal ins Nationalteam berufen worden – und das liegt bereits fast fünf Jahre zurück.
Erst die Ausfälle der beiden Angreifer Edin Dzeko und Haris Tabakovic spülten Lukic überraschend in die Startelf. Der lange übersehene Stürmer nutzte seine Chance eindrucksvoll. Mit seinem Kopfballtor zahlte er das Vertrauen des Trainerteams sofort zurück und avancierte auf Anhieb zum Mann des Abends.
Kanada gelang in der Schlussphase zwar noch der Ausgleich zum 1:1, dennoch könnte Lukics Treffer für Bosnien-Herzegowina noch Gold wert sein.