Nach einem Feuer in der einzigen Anlage des Satellitenkommunikationssystems Starlink in Polen erhebt die Regierung schwere Vorwürfe. Digitalminister Krzysztof Gawkowski spricht von gezielter "Sabotage".
Der Brand war am Mittwochabend in einer Anlage in Wola Krobowska in Zentralpolen ausgebrochen. Trotz des Feuers blieb die Station laut den Behörden einsatzfähig. Auswirkungen gab es dennoch: Der Internetzugang verschiedener Institutionen sei gestört worden, darunter auch jener der ukrainischen Armee.
"Diese Sabotage war absichtlich so konzipiert, um die Station außer Betrieb zu setzen", erklärte Gawkowski am Donnerstag im polnischen Sender TVP Info. Nach Ansicht des Ministers gebe es zahlreiche Hinweise darauf, dass der Vorfall Teil einer "nächsten Phase der hybriden Kriegsführung" sein könnte.
Polen hat Russland seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 wiederholt Sabotageaktionen vorgeworfen. Wer konkret hinter dem jüngsten Brand steckt, geht aus den bisherigen Angaben allerdings nicht hervor.
Die betroffene Station gehört dem staatlichen Telekommunikationsunternehmen Exatel. Über die Anlage wird laut Gawkowski Internetdatenverkehr durch Polen und in die Ukraine geleitet. Gleichzeitig wird die Infrastruktur von Systemen des US-Raumfahrtunternehmens SpaceX genutzt.
Starlink von Elon Musks SpaceX hat für die Ukraine besondere Bedeutung. Über Satellitenterminals können Internetverbindungen auch dort hergestellt werden, wo herkömmliche Kommunikationsnetze ausgefallen oder zerstört sind. Das System spielt deshalb auch für die ukrainischen Streitkräfte eine wichtige Rolle.
Auch russische Truppen sollen Starlink-Terminals genutzt haben, unter anderem im Zusammenhang mit Drohnenangriffen. SpaceX ging im Februar gegen eine nicht autorisierte Nutzung durch Russland vor.