Inferno in Pflegeheim

Brand-Tragödie am Balkan fordert 12. Todesopfer

In der bosnischen Stadt Tuzla kam es Dienstag zu einem Feuer in einem Pflegeheim. Nach elf bekannten Todesopfern verlor nun eine 12. Person ihr Leben.
Robert Cajic
06.11.2025, 21:26
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Ein schwerer Brand in einem Pflegeheim in Tuzla (Bosnien-Herzegowina) riss am Dienstagabend elf Personen in den Tod, mindestens 30 weitere Personen wurden verletzt – "Heute" berichtete. Das Klinische Zentrum der Universität Tuzla gab am Donnerstag bekannt: Eine weitere Pensionist (1941 geboren) verlor den Kampf um ihr Leben.

Obduktion zeigt: Opfer allesamt erstickt

Das Feuer brach am Dienstagabend im siebten Stock des Heims in Tuzla im Nordosten des Landes aus. Laut Polizei wurden mindestens 30 Personen verletzt, darunter auch fünf Feuerwehrleute und drei Polizisten. Die Ursache des Brandes ist noch nicht geklärt, die Ermittlungen laufen weiter.

Bilder aus dem Heim zeigen, wie Flammen aus den Fenstern im Obergeschoß schlugen. Es dauerte rund eine Stunde, bis die Einsatzkräfte das Feuer unter Kontrolle hatten.

Viele der Heimbewohner waren bettlägerig und krank, bei den 12 Verstorbenen handelt es sich allesamt um Bewohner des Heims, berichtet das lokale Medium "Balans". Mittlerweile ist auch die Identität aller Todesopfer bekannt.

Demnach unterlagen jeweils sechs Männer und Frauen dem Flammen-Inferno – sie erstickten einer Obduktion zufolge allesamt im Zuge einer Kohlendioxid-Vergiftung, eine Person hatte darüber hinaus Brandverletzung aufgewiesen.

Nun wartet die Staatsanwaltschaft Tuzla auf weitere Berichte der Kriminalpolizei des Kantons Tuzla, eines Elektrotechnikers sowie eines Experten für Brandschutz und Arbeitssicherheit. Die Öffentlichkeit werde über die Brandursache informiert, sobald neue Erkenntnisse und Gutachten der Experten und Ermittler der Kriminalpolize ausgewertet sind.

Vier Tage Trauerin Tuzla – "Tragödie für ganz Bosnien"

Heimbewohnerin Ruza Kajic schilderte nach dem Brand dem Sender BHRT: "Ich war schon ins Bett gegangen, als ich ein knackendes Geräusch hörte. Ich weiß nicht, ob es die Fenster in meinem Zimmer waren, die zerbrachen." Sie habe dann aus dem Fenster im dritten Stock gesehen, "wie von oben brennendes Material herunter fiel". In den oberen Stockwerken seien noch bettlägerige Menschen gewesen, so Kajic.

Der Leiter des Pflegeheims, Mirsad Bakalovic, kündigte in lokalen Medien an, seinen Posten zu räumen. "Es ist das einzig Menschliche, das Mindeste, was ich in dieser Tragödie tun kann", sagte Bakalovic.

Ministerpräsident: "Unglück von enormem Ausmaß"

Er drückte den Familien der Opfer sein Mitgefühl aus und bezeichnete den Brand als "wirklich schwierig". Es sei "eine Tragödie" gewesen – "nicht für die Stadt Tuzla, sondern für ganz Bosnien". In der drittgrößten Stadt Bosnien-Herzegowinas wurde indes eine veirtägige Trauer verhängt, die gesamte Region ist im Schock.

Laut Staatsanwaltschaftssprecher Admir Arnautovic arbeiten die Ermittler weiter daran, die Brandursache festzustellen. Ministerpräsident Nermin Niksic sprach von einem "Unglück von enormen Ausmaß". Auch der bosnische Vertreter im Staatspräsidium, Zeljko Komsic, kondolierte den Familien der Opfer.

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