Für Ricardo Rocha endete die Reise zur WM noch vor dem Einstieg ins Flugzeug. Der Weltmeister von 1994 wurde am Mittwoch am Flughafen von Rio de Janeiro festgenommen, berichten brasilianische Medien.
Der ehemalige Innenverteidiger wollte eigentlich als Reporter zur Fußball-WM in die USA reisen. Stattdessen klickten kurz vor dem Abflug die Handschellen. Auslöser der Festnahme sollen ausstehende Unterhaltszahlungen gewesen sein. Laut dem Nachrichtenportal "Metrópoles" geht es um 2.414,57 brasilianische Real – umgerechnet rund 403 Euro. Ein Familiengericht im Bundesstaat Ceará hatte deswegen einen Haftbefehl ausgestellt.
Der Haftbefehl ist dem Bericht zufolge bis April 2028 gültig. Rocha muss demnach zumindest vorerst in Haft bleiben. Nach spätestens 45 Tagen soll er jedoch freikommen, sofern keine weiteren Haftbefehle gegen ihn vorliegen.
Rocha gehörte zum brasilianischen Kader, der 1994 in den USA den WM-Titel holte. Eigentlich war der Abwehrspieler für die Startelf vorgesehen, wurde jedoch früh von einer Verletzung ausgebremst und kam im gesamten Turnier nur auf 69 Einsatzminuten. Zwischen 1987 und 1995 absolvierte der Verteidiger 38 Länderspiele für die Selecao. Wegen seiner Führungsqualitäten erhielt er in Brasilien den Spitznamen "Xerife" – auf Deutsch: Sheriff.
Im Laufe seiner Karriere lief Rocha für zahlreiche Top-Klubs auf. Unter anderem spielte er für Sporting Lissabon, Real Madrid, São Paulo FC, Santos, Vasco da Gama, Fluminense und Flamengo. Einer seiner größten Vereinserfolge war der Gewinn der Copa del Rey mit Real Madrid im Jahr 1993. Nach dem Karriereende arbeitete der Ex-Teamspieler als TV-Experte und Fußball-Kommentator. Nun sorgt der frühere Weltmeister jedoch mit Problemen abseits des Rasens für Schlagzeilen.