Über Wochen hinweg verfolgten britische Kriegsschiffe und Aufklärungsflugzeuge ein russisches Angriffs-U-Boot der Akula-Klasse im Nordatlantik rund um die Uhr. Rasch wurde klar: Seine Fahrt diente offenbar nur als Ablenkung.
Die Royal Navy konnte gemeinsam mit Verbündeten, darunter Norwegen, schließlich mehrere russische Einheiten der streng geheimen Hauptdirektion für Tiefseeforschung (GUGI) identifizieren, die andernorts "böswillige Aktivitäten" gegen kritische Unterwasserinfrastruktur durchgeführt haben sollen.
Putins GUGI-Einheiten sind darauf spezialisiert, Unterwasser-Infrastruktur wie Datenkabel oder Pipelines auszukundschaften – und sie im Ernstfall gezielt zu sabotieren. Das ist gefährlich, denn 99 Prozent des weltweiten Datenverkehrs laufen über Unterseekabel. Ein Angriff darauf könnte massive Folgen für Kommunikation, Handel und Finanzsysteme haben.
Anbetracht dieser Bedrohung gingen die Briten bewusst in die Offensive und machten den Russen klar: Die Operation ist aufgeflogen.
Das Akula-U-Boot zog sich wieder zurück, nachdem es durchgehend überwacht wurde. Die beiden GUGI-U-Boote blieben zwar in den Gewässern rund um Großbritannien, doch auch sie stehen unter ständiger Beobachtung durch die Royal Navy.
Es ist nur der jüngste Zwischenfall in einer Reihe von vielen. In den vergangenen zwei Jahren wurden deutlich mehr russische Schiffe nahe britischen Gewässern registriert als zuvor. Die britische Marine rüstet deshalb weiter auf. Allein für U-Boot-Jagdflugzeuge werden zusätzlich rund 100 Millionen Pfund investiert.
Premierminister Keir Starmer stellt klar, dass er solche Aktionen nicht dulden wird. Die klare Botschaft aus London: Russlands geheime Missionen sind alles andere als unbemerkt – und jede Bewegung wird genau verfolgt.
Verteidigungsminister John Healey adressiert Putin direkt: "Sie sollten wissen, dass jeder Versuch, diese zu beschädigen, nicht toleriert wird und schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen würde."