Der Streit um den Umgang mit dem Iran-Krieg sorgt für Spannungen innerhalb der NATO. Besonders aus Washington kommt scharfe Kritik: US-Präsident Donald Trump zeigt sich verärgert über mehrere Bündnispartner und deren aus seiner Sicht mangelnde Unterstützung.
Vor allem bei konkreten militärischen Fragen – etwa der Nutzung von Stützpunkten oder einer Mission zur Sicherung der Straße von Hormus – sieht Trump Defizite. Seine Kritik richtete sich wiederholt gegen Spanien, Frankreich und das Vereinigte Königreich.
Auch NATO-Generalsekretär Mark Rutte fand am Donnerstagabend deutliche Worte. Bei einer Pressekonferenz in Washington sprach er von einer teilweise zu zögerlichen Reaktion einzelner Mitgliedsstaaten auf den Konflikt mit dem Iran. "In Bezug auf die logistische und sonstige Unterstützung der Vereinigten Staaten im Iran reagierten einige Verbündete – gelinde gesagt – etwas zögerlich", sagte Rutte. Konkrete Länder nannte er dabei nicht. Gleichzeitig betonte er, dass viele Staaten von den Entwicklungen überrascht worden seien.
Zuvor hatte sich Rutte im Weißen Haus mit Trump getroffen. Das Gespräch fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt – offenbar kein einfaches Treffen, wie der NATO-Chef durchblicken ließ. "Ich habe seine Enttäuschung darüber gespürt, dass seiner Ansicht nach zu viele der Verbündeten nicht hinter ihm stehen."
Trotz der Spannungen bemühte sich Rutte, die Rolle der europäischen Partner hervorzuheben. Er habe Trump deutlich gemacht, dass die große Mehrheit der Europäer die Erwartungen der USA erfülle. Zwar dauere die Abstimmung manchmal etwas länger, inzwischen sei das Bündnis jedoch bereit, sowohl Europa als auch die Vereinigten Staaten zu verteidigen.
Als Beispiel für die Einsatzbereitschaft nannte Rutte die internationale Initiative zur Öffnung der Straße von Hormus. Unter britischer Führung hätten sich bereits 34 Staaten bereit erklärt, an einer Lösung mitzuwirken. "Wenn die NATO helfen kann, steht die NATO natürlich bereit."