World Press Photo Foundation

Das sind die bewegendsten Fotos des Jahres

Die World Press Photo Foundation hat die besten Pressefotos des Jahres gekürt. Sie zeigen Konflikte, Krisen und Einblicke in das Leben weltweit.
Newsdesk Heute
09.04.2026, 17:01
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Von Krieg bis Klimakrise: Die besten Pressefotos des Jahres zeigen erneut die dramatischsten – aber auch die persönlichsten – Geschichten der Welt. Die World Press Photo Foundation hat nun ihre regionalen Gewinner bekannt gegeben.

Insgesamt wurden 42 Siegerbilder ausgezeichnet, aufgeteilt in die Kategorien Einzelfotos, Reportagen und Langzeitprojekte. Die prämierten Arbeiten zeigen globale Konflikte, etwa in den USA, der Ukraine oder Palästina, aber auch die Folgen des Klimawandels sowie intime Momente von Trauer, Isolation und Überleben.

Feuer, Proteste und zerstörte Bildung

Der spanische Fotograf Brais Lorenzo wurde für seine Reportage "Tierra quemada" ausgezeichnet. Darin dokumentiert er die verheerenden Brände in Galicien im Jahr 2025, bei denen mehr als 200.000 Hektar Land zerstört wurden. Seine Bilder zeigen den Kampf der Bewohner gegen die Flammen und die massive Verwüstung – darunter eine besonders eindringliche Aufnahme des niedergebrannten Ortes San Vicente de Leira.

Luis Tato erhielt eine Auszeichnung für seine Bilder von Protesten der Generation Z in Madagaskar. Die Aufnahmen zeigen Demonstrationen gegen Korruption im September 2025. Ähnliche Bewegungen gab es auch in anderen Ländern, wobei junge Menschen politischen Wandel anstoßen, jedoch oft selbst von der späteren politischen Entwicklung ausgeschlossen bleiben.

Das Langzeitprojekt "Educación secuestrada" von Diego Ibarra Sánchez zeigt die Auswirkungen von Krieg, Extremismus und Vertreibung auf die Bildung von Kindern. Über mehrere Jahre hinweg dokumentierte er Situationen in neun Ländern – darunter Mädchen in Afghanistan, die nur heimlich im Freien lernen können, eine durch Bomben zerstörte Kinderbetreuung in der Ukraine oder verbrannte Bücher in Syrien.

Dramatische Einzelszenen

Auch die prämierten Einzelfotos zeigen eindringliche Momente: Ein Bild hält eine Konfrontation zwischen US-Sicherheitskräften und Demonstranten vor einer Haftanstalt fest. Eine andere Aufnahme zeigt die Verzweiflung einer Polizistin nach einem tödlichen Angriff in Australien.

Daneben finden sich auch ruhigere, aber nicht minder bedeutende Szenen – etwa junge Tänzerinnen aus Südafrika, die eine Bühne betreten, die während der Apartheid nur Weißen vorbehalten war. Oder eine ältere Frau in Deutschland, die mit einem sozialen Roboter spricht, der Gesichter erkennt und Gespräche speichern kann.

Langzeitprojekte zeigen globale Folgen

Ein weiteres ausgezeichnetes Projekt beschäftigt sich mit den Auswirkungen von Pestiziden in Argentinien. Es zeigt gesundheitliche Schäden durch den Einsatz von Glyphosat – von schweren Erkrankungen bis hin zu angeborenen Fehlbildungen.

Die Jury sieht in den ausgezeichneten Arbeiten auch einen Auftrag an die Gesellschaft. Jury-Präsidentin Kira Pollak betonte, dies sei "ein kritischer Moment für die Demokratie, für die Wahrheit und für die Frage, was wir als Gesellschaft sehen und anerkennen – und was wir ignorieren". Die Fotografen hätten ihren Beitrag geleistet, "jetzt liegt es an uns hinzusehen".

Zehntausende Einsendungen

Für den Wettbewerb 2026 wurden 57.376 Fotos aus 141 Ländern eingereicht, aufgenommen von 3.747 Fotografen. Ein Großteil der Gewinner stammt aus den Regionen, die sie selbst dokumentiert haben.

Ausstellung kommt nach Wien

Das "Foto des Jahres" wird am 23. April bekannt gegeben. Anschließend gehen die Gewinnerbilder auf eine weltweite Ausstellungstour mit rund 60 Stationen, darunter auch nach Wien vom 18. September bis 15. November 2026 im Westlicht.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 09.04.2026, 17:12, 09.04.2026, 17:01
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