Urteil nach Schuss-Drama

Bruder mit Gaspistole ins Auge geschossen – keine Haft

Ein 37-Jähriger traf bei einer Schießübung in Kärnten seinen Bruder am Auge. Das OLG Graz reduzierte nun die Haftstrafe.
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27.02.2026, 11:22
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Ein folgenschwerer Zwischenfall bei einer Schießübung beschäftigt weiter die Justiz. Ein 37-Jähriger aus dem Bezirk Klagenfurt-Land hatte im November 2024 seinen Bruder mit einer CO2-Pistole versehentlich am Auge getroffen.

Im vergangenen September wurde der Mann am Landesgericht Klagenfurt wegen fahrlässiger Körperverletzung zu neun Monaten Haft verurteilt, davon drei unbedingt. Mit den Worten, er fühle sich vom System unfair behandelt, zudem sei das Gericht "so reingefallen auf seinen Bruder", endete damals der Prozess.

Der 37-Jährige berief gegen das Urteil – mit Erfolg. Am Oberlandesgericht Graz wurde die Strafe reduziert. "Der Angeklagte erhält eine bedingt nachgesehene Freiheitsstrafe von sechs Monaten", heißt es von der Medienstelle des OLG – das berichtet die Kleine Zeitung.

Zum Prozess in Klagenfurt musste der Mann von der Polizei vorgeführt werden. Vor Gericht bekannte er sich nicht schuldig. Er erklärte, er habe die Waffe gereinigt und danach kalibrieren wollen. Dafür habe er mit Stahlkugeln geschossen.

Bruder lief in Schussbahn

Während dieser Testschüsse sei sein 25-jähriger Bruder aus einem Nebengebäude gekommen und genau durch die Schussbahn gegangen. Der Angeklagte sagte aus, er habe ihn gesehen und noch versucht, die Waffe zu verreißen – das sei aber nicht gelungen.

Die Stahlkugel mit sechs Millimeter Durchmesser traf den Bruder am linken Auge und drang unter den Glaskörper ein. Seitdem hat der 25-Jährige auf dem verletzten Auge nur noch ein Sehvermögen von vier Prozent und erkennt lediglich schemenhafte Umrisse.

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