Monika H. (62) weiß, was es heißt, eine Operation über sich ergehen zu lassen: "Ich hatte einen Klumpfuß, über 30 Eingriffe allein im Fußbereich waren nötig", berichtet die gebürtige Rumänin.
Da die 62-Jährige wenige Kilometer von der ungarischen Grenzen geboren wurde, wuchs sie zweisprachig auf: "Ich kann auch fließend Ungarisch." Seit 35 Jahren lebt Monika H. in Wien, ist österreichische Staatsbürgerin. Jahrzehntelang arbeitete sie als Putzfrau, brachte so ihre beiden Söhne und sich selbst durch.
2016 beschloss sie, ihre Oberarme liften zu lassen: "Ich wollte das wirklich nur für mich machen. Da in Österreich die Eingriffe so teuer sind, habe ich es in einer ungarischen Klinik machen lassen", berichtet die 62-Jährige.
Zwei Jahre darauf folgte in der gleichen Klinik eine Brustverkleinerung: "Ich war mit den Ergebnissen zufrieden", meint Monika H. Im Vorjahr beschloss die Wienerin, sich einer Bruststraffung zu unterziehen: "Meine Brust hing stark, ich wollte einfach nur, dass sie ein bisschen angehoben wird."
Erneut wandte sie sich daher an den gleichen plastischen Chirurgen in der ungarischen Klinik: "Ich hatte Vertrauen zu ihm. Die OP wurde dort im März 2025 durchgeführt, im Oktober war dann eine Kontrolle. Ich habe fast keinen Unterschied zu vorher gesehen", meint die 62-Jährige.
Die Wienerin aus Rudolfsheim-Fünfhaus war aber nicht nur mit dem Ergebnis unzufrieden, es gab auch Komplikationen: "Ich hatte einen Knoten in der rechten Brust, der plastische Chirurg hat mir diesen unter Lokalanästhesie in seiner Privatordi in Ungarn auf seine Kosten entfernt. Zudem gab es auch Probleme mit den Nähten."
Noch heute leidet Monika H. unter den Auswirkungen der Bruststraffung: "Ich habe zwei lange Narben unter beiden Brüsten und Druckschmerzen. Ich habe Schlafstörungen, das Ganze belastet mich sehr. Für mich ist die OP verpfuscht worden." Sie wandte sich daher an den plastischen Chirurgen, wollte die rund 3.700 Euro, die sie für den Eingriff bezahlt hatte, wieder zurück.
"Er hat nur gemeint, dass eh alles in Ordnung ist. Wenn ich nicht zufrieden bin, könnte ich mir ja noch Silikon-Implantate einsetzen lassen. Ich will aber keine Implantate, meine Brust ist groß genug! Ich will einfach nur mein Geld zurück, weil die OP nicht richtig gemacht worden ist. Du bist für den Arzt einfach nur ein Stück Fleisch!", ist die Wienerin wütend.
Monika H. wollte das nicht auf sich beruhen lassen, sie nahm sich einen Rechtsanwalt in Ungarn und ließ eine Begutachtung durch einen anderen Arzt durchführen: "Auch dieser meinte, dass alles in Ordnung ist und hat mir ebenfalls zu Silikon-Implantaten geraten."
"Heute" fragte bei der ungarischen Klinik nach: "Wir bedauern, dass Frau H. mit dem chirurgischen Ergebnis nicht zufrieden ist. Unsere interne Untersuchung hat jedoch ergeben, dass kein berufliches Fehlverhalten festgestellt werden konnte. Frau H. hat sich in zwei Fällen mit rechtlichen Forderungen an uns gewandt. In beiden Fällen konnte jedoch keine Haftung unserer Klinik nachgewiesen werden", wird erklärt.
Mittlerweile holte die 62-Jährige in Wien die Expertise von zwei plastischen Chirurginnen ein: "Die erste meinte, dass ich genug Brust habe. Die zweite erklärte mir, dass sie das nicht anrühren möchte. Ich weiß nicht mehr, was ich machen soll", ist Monika H. verzweifelt. Sie hofft nun auf ein Wunder.